Seit Freitag krempelt sich mein Leben um. Und zwar total!
Ich habe ein Jobangebot bekommen – aus Köln!
Der WDR würde mich gerne einstellen. Als Redakteur. Sie bauen dort gerade eine Untertitel-Redaktion auf, sie wollen die “Aktuelle Stunde” untertiteln. Und ich habe 5 Jahre Erfahrung im Untertiteln, kenne die nötigen Programme und durch mein Studium auch den Background, wie das alles funktioniert.
Zum 1. Oktober könnte ich anfangen, wenn ich Ja sage. Das hängt noch an 2 Faktoren: Zum Einen die Kohle (was sonst?) und zum Anderen der Arbeitsvertrag. Im Raum stehen zur Zeit eine freie Mitarbeit (immer wieder 3-Monats-Verträge oder so ähnlich) oder eine Projektstelle, ebenfalls befristet, aber mind. ein halbes Jahr.
Lust habe ich schon, der WDR ist eine Institution und die größte Landesrundfunktanstalt der Öffentlich-Rechtlichen.
Aber es bedeutet einen großen Schritt eine Richtung zu unternehmen, von der ich keinen Plan habe, wie es wird. Und davor habe ich Angst. Vor allem davor, meine Freunde hier zurückzulassen. Klar bleibt man in Kontakt, schreibt sich und besucht sich, ich werde neue Leute in Köln finden, aber ich werde zum ersten Mal in meinem Leben auf mich alleine gestellt sein. Als ich damals von Krefeld nach Mainz kam, hatte ich ja Sarah, die hier wohnte. Über sie und mein Studium habe ich dann die ersten Leute kennengelernt, von da an lief es wie von selbst. Jetzt kenne ich keinen in Köln. Was sicherlich kein großes Problem darstellt, ich bin kein superschüchterner Typ. Aber so ganz ohne Rückhalt wird es mir bestimmt schwer fallen…
Dazu kommt die Organisation. Ich bin ab morgen erst mal für NOVOTNY-TV unterwegs, in Altötting beim Papst und in Schwerin zur Landtagswahl, beide Male produzieren wir für das ZDF. Das heißt, ich bin für ganze 12 Tage nicht da, komme erst am 19.9. wieder und habe dann 10 Tage, meinen Umzug nach Köln und den anderen Kram zu organisieren. Hat zufällig jemand eine Wohnung oder WG für mich?
Unabhängig von der Kohle und dem Vertrag ertappe ich mich immer wieder dabei, dass ich so davon rede, als hätte ich den Job schon angenommen und ich muss sagen, mir fehlt der Plan B. Sollte ich den Job beim WDR absagen, sitze ich ohne Perspektive hier rum, denn meine bisherigen Bewerbungen sind alle ins Leere gelaufen. Einige Bewerbungen stehen noch aus, mal sehen, was daraus wird…
Also steht eine große Unbekannte vor meiner Tür. Gebe ich nach und gehe mit? Oder ziehe ich den Schwanz ein und bleibe hier? Es ist eine Herausforderung, es reizt mich, Köln reizt mich, das Unbekannte reizt mich. Aber bin ich im Gegenzug bereit, Freundschaften und eine beginnende Liebe aufzugeben?
Ich habe erst mal 12 Tage Zeit, darüber nachzudenken… Danach schreibe ich meine Entscheidung hier rein! Bis dahin!






