Service

Freitag Abend stand ich am Kölner Hbf, um den Zug nach Mainz zu nehmen. Und was sah ich? Chaos: Die Bahn und ihre Pünktlichkeit.

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Auf dem Foto hatte mein Zug noch keine Verspätung. Als er endlich in Köln eintraf, war er 20 Minuten zu spät, bei Ankunft in Mainz schon knappe 30 Minuten.

Aber kurz bevor der Zug in Köln eintraf, kamen zwei nette DB-Mädels mit einer mobilen Getränkestation angerollt und fragten mich, ob ich auch auf den IC warten würde. Zum Dank auf ein braves “Ja” als Antwort durfte ich mir ein Getränk aussuchen. Kaffee, Tee, Wasser und Softdrinks, daneben diverse Süßigkeiten, für die man im Zug Minimum 2,50 zahlt. Überrascht von dem Service und der Freundlichkeit fragte ich nach, warum die Bahn auf einmal so spendabel sei. Mit einem Augenzwinkern sagte das Mädel nur “Kundenfreundlichkeit” und stand schon beim nächsten Kunden. Der aber war durch Kaffee nicht umzustimmen und scheuchte die beiden mit einem lauten und ärgerlichem “Ich warte nicht!” davon. Was bitteschön macht man sonst am Gleis eines Bahnhofes? Der Zug fuhr fast zeitgleich ein und der Kaffee war nicht schlecht, erstaunlicher Weise auch noch richtig heiß.

Ich fahre viel mit der Bahn, da ich kein Auto habe. An das Warten gerade an Bahnhöfen habe ich mich mehr als gewöhnt. Es gehört einfach dazu. Ich rege mich nicht mehr auf, nehme es gelassen. Ich lebe damit. Fighting for accuracy is like fucking for virginity…

No Blogging

No blogging during the weekend!

Ich jette heute nach der Arbeit nach Mainz. Etwas kurzfristig, habe ich ja auch erst gestern Abend beschlossen. Vielleicht treffe ich ja den einen oder anderen von euch!

studiVZ

Noch so ein Schlagwort, noch mehr Traffic! Nein, hierbei geht es mir aber nicht um Traffic oder ein Schlagwort-Experiment, sondern darum, auch die letzten hier Lesenden, noch bei studiVZ eingeschriebenen Menschen zu erreichen um sie zu fragen, ob sie da noch länger bleiben wollen.

Eine schöne Zusammenfassung, warum das studiVZ derzeit auf Platz 1 der technorati-Suche steht, findet ihr hier. Alles weitere steht dann bei DonAlphonso und auf hunderten von anderen Blogs – selbst SpiegelOnline berichtet in einem sehr gut geschriebenen Artikel darüber:

eine Äußerung von StudiVZ-Pressesprecher Thilo Bonow, die bei “jetzt.de” zitiert wird: “Klar geht es um die Nutzerdaten. Sonst macht das Ganze doch keinen Sinn, das ist doch klar.”

Denkt mal drüber nach, wem ihr so welche Daten von euch preisgeben möchtet…

Da muss man durch

im not the first to sleep beside you in this bed
its poisoned with some other idiotic guys smell
and even though you tell me that your love for him is dead
i always keep preparing to go through all lovers hell

i gotta start believing that you really love me
i gotta start believing that you really want whats me
i gotta start believing that you really love me
if you say so, it´s gotta be so

she told the news to me, a planted part of me
not to fully grow to show a way of what could be
i asked her to be true;she said “i love you too”
her eyes were sad and i recall somebody asked “do you”?

i gotta start believing that you really love me
i gotta start believing that you really want whats me
i gotta start believing that you really love me
if you say so, its gotta be so

Kristofer Aström

Warten

Ich kann warten. Ich kann gut warten, auf den Bus zum Beispiel. Es macht mir nichts aus, ich kalkuliere Wartezeiten im Alltag mit ein. Ich kann mir die Zeit an Bushaltestellen vertreiben, ich kann auf Anschlusszüge warten, meist mit Musik in den Ohren oder dem Buch in der Hand. Selbst wenn ich beides mal nicht habe, habe ich immer noch kein Problem damit, zu warten. Ich sehe es gelassen, man kann eh nichts dran ändern. Aus dem Warten an Supermarktkassen mache ich einen sportlichen Wettkampf – schaue mir denjenigen an, der sich zeitgleich an die andere Kassenschlange stellt – und freue mich dann, wenn ich vor ihm dran komme. Gewonnen.
Ich kann warten, wenn die Verabredung zu spät kommt. Kein Problem, das macht mir nichts aus. Allerdings habe ich einen Drang zur Pünktlichkeit mir selbst gegenüber. Dann kann ich nicht warten. Schlimm wird es, wenn ich eine Verabredung getroffen habe und jemand mitkommen will, der nicht in die Pötte kommt, dann kann auch ich unruhig werden. Dann macht das Warten keinen Spaß, da meine mir selbst gesetzte Pünktlichkeit auf einmal futsch ist und ich das nicht in der Hand habe.

Neben diesen Alltags-Warteformen gibt es noch andere Formen von Warten. Unterbewusst. Versteckt. Dieses Warten treibt mich um, erfüllt mich mit Unruhe und lässt es kribbeln. Warten, dass etwas passiert. Warten, was man nicht mit Dummrumstehen überbrückt. Warten auf den Feierabend, warten auf das Wochenende, warten auf eine Bestellung oder den Geburtstag, warten auf Veränderung oder eine Mail.
Aus diesem Warten erwächst Erwartung. Ich stelle mir Dinge vor, male sie mir aus, denke Situationen durch. Je mehr ich mich damit beschäftige, desto mehr warte ich darauf, desto mehr erwarte ich. Manchmal kann ich es kaum noch erwarten, im positiven wie negativen Sinn.
Die positive Seite des Erwarten ist eng verbunden mit Vorfreude. Fast immer stelle ich dann fest, dass es anders läuft als ich es erwartet habe, es mir ausgemalt habe. Das tut dem aber keinen Abruch, ich bin nicht überrascht. Die Erfahrung hat mir gezeigt, dass es trotzdem schön wird.
Negatives Erwarten hingegen verläuft fast immer so, wie ich es mir vorgestellt habe. Ab und zu bin ich überrascht, dass es dann doch nicht so kommt. Aber in den meisten Fällen liege ich mit meinen Erwartungen richtig.

Ich verspüre derzeit ziemlich viel Warten, Erwarten. Ich habe viele Erwartungen an mein neues Leben, an mein altes Leben. Vieles davon ist offensichtlich und naheliegend, anderes versteckt sich und kommt ab und zu mit einem Kribbeln im Bauch zum Vorschein. So wie das Warten auf den Sommer, an den man kurz denkt, kommt der Gedanke für den Bruchteil einer Sekunde zum Vorschein und verschwindet genau so schnell wieder. Dann huscht ein Lächeln über mein Gesicht.
Ich fühle mich hibbelig, unruhig. Ich erwarte einige Dinge, die ich nicht abschätzen kann, die nicht (nur) in meiner Hand liegen und deren Konsequenzen ich nicht abschätzen kann. Es gibt Tage, an denen ich es mir positiv ausmale, an anderen Tagen sehe ich schwarz. Es treibt mich um, jeden Tag. Ich bin nervös und rauche viel zu viel. Das ist ein anderes Warten als das auf den Bus.

Es gibt eine Alternative zum Warten: Handeln. Scheiß aufs Warten, werde aktiv. Nimm das Heft in die Hand. Ich kann neue Menschen kennenlernen, dem Bus entgegenlaufen, mich in der Schlange vordrängeln, meinen Geburtstag schon morgen feiern. Das geht aber nur bei Dingen, die mich alleine betreffen. Ich schrieb eine Mail, um wenigstens eine meiner Erwartungen zu mildern. Was bekam ich als Antwort? “Warte!” Das liegt dann nicht mehr in meiner Macht, Ohnmacht sozusagen. So wie das Warten auf den Sommer.

Ja, ich warte. Auf neue Menschen, auf den Sommer, auf eine Mail, auf den Besuch von Ola, Andrea und Nils, auf ein Vorankommen in meinem Job, auf neue Ziele und Anreize, auf Appetit und darauf, nicht mehr alleine aufwachen zu müssen.

Eingerichtet

Meine Wohnung hat gestern Abend und heute einen Quantensprung großen Fortschritt (Erklärung, danke Björn!) in Sachen Lebensqualität gemacht. Nachdem ich gestern im Ikea war, habe ich endlich Stauraum, in den ich meine Kartons auspacken konnte. Außerdem habe ich Poster aufgehangen und neue Plätze für meinen Kleinscheiß gefunden. Aber seht selbst:

Vermisstenanzeige oder Das Gefühl eines Sommers

Ich vermisse meine Freunde, meine vertraute Umgebung, mein “altes” Leben. Es gibt Tage, da fühle ich mich doch sehr einsam und allein im großen Köln, in meiner großen Wohnung, in meiner Gedankenwelt. Gerade heute, jetzt gerade, wo sich ein Haufen Leute in der Volleyballhalle an der Uni Mainz rumtreiben und das Mitternachtsturnier spielen. Ich wäre gerne dabei gewesen, von mir aus auch nur als Zuschauer, aber mein Job und ein lauter Knall haben mich davon abgehalten. Volleyball ist in den ersten Monaten diesen Jahres zu einem festen Bestandteil für mich geworden, ich habe viele neue und interessante Leute kennen gelernt. Ich bin in die Hobbymannschaft eingetreten, habe draußen im Sand gespielt, viel Zeit mit den Leuten und dem Ball verbracht. Daraus entwickelte sich eine Kerngruppe von Freunden, gespickt mit unendlich vielen Seitenarmen und Freundeskreisen. Ständig passierte etwas, der ganze Sommer war voller Bewegung. So etwas hatte ich noch nie. Wenn ich auf mein Leben zurückblicke, dann hatte ich immer einzelne Freunde, die selten zusammen funktionierten und mit deren Freuden ich nicht klar kam. Nie war es eine Gruppe, eine Gang. Zum ersten Mal war ich also Bestandteil einer Gruppe, die viel gemeinsam unternahm und erlebte, die homogen war, sich über bestimmte Dinge nach außen definierte und Insider hervorbrachte. 5 Leute als Kern, alle anderen in wechselnden Besetzungen aus den Seitenarmen der Freundeskreise passten sich ein, wurden akzeptiert und komplettierten den Kreis.
In diesem Sommer war ich bewusst glücklich. Klar, hinterher kann man das immer leicht behaupten, glücklich gewesen zu sein, aber ich habe es gewusst. Ich habe diese Zeit bewusst erlebt, es genossen und mich treiben lassen. Es erfüllten sich Traumbilder, Klischeebilder von perfekten Situationen. Zu Fünft im Auto durch die warme Nacht, die Fenster und das Dach offen, mit der besten Musik, Schmetterlingen im Bauch und dem tiefen Gefühl, mich fallen lassen zu können. Als bestes Beispiel fällt mir – für die 4, die sich hier angesprochen fühlen sollten – die Nacht in Bad Camberg ein, aber die Erinnerungen an diesen Sommer sind schier unerschöpflich, es ist nur eine Situation von vielen.

Und jetzt ist es weg.

200 Kilometer haben mich aus dieser Bahn gerissen, ein totaler Umbruch. Raus aus der Leichtigkeit eines Studenten, rein in die volle Verantwortung eines Jobs in einer fremde Stadt. Noch dazu hat sich der Lebensmittelpunkt des Sommers – Claudia – mit einem lauten Knall in Rauch aufgelöst, gerade als ich hier ankam. Ich habe von dem Knall immer noch das Fiepen im Ohr, es tut weh. Ich habe es nicht verstanden. Die Gang ist jetzt ohne mich, wenn sie überhaupt noch ist. Vielleicht ist sie durch den Kanll – wofür die anderen drei nichts können – aber einfach auch nur in zwei Teile zerrissen und ich treibe als Satellit 200 km weit entfernt. Ich weiß es nicht. Das Gefühl dieses Sommers wird nicht noch einmal sein Gesicht zeigen.
Es ist hart, von Null anzufangen. Als ich nach Mainz kam, war Sarah da, hier in Köln ist niemand. Wie fängt man ein neues Leben an, ohne auch nur irgendjemanden in Köln zu kennen? Klar werden sich Leute finden, am Anfang vielleicht auch nicht die Richtigen, aber das wird schon. Das höre ich übrigens gerade an allen Ecken und Enden: “Das wird schon.” Danke für den Support, denn ohne die ganzen Mails, Telefonate und Besuche wäre ich hier schon durchgedreht. Klar wird das, aber es ist noch nicht und deswegen stehe ich hier und kann nicht anders:

Ich vermisse euch. Alle.

Counterize

Counterize ist ein kleines wordpress-Plugin, welches die Aktivitäten in diesem Blog hier mitschreibt. Wie so ein kleines Männchen mit grauen Haaren, Falten und einer Nickelbrille sitzt es in der Ecke und stellt jedem Besucher unterbewusst Fragen, die jeder gerne preisgibt. Vor einigen Wochen dann war es krank (der eine oder andere hat die sql-Fehlermeldungen auf der Seite gesehen), doch ein wenig Zuneigung und Zeit hat es nun wieder zum Leben erweckt.
Nun sehe ich mir öfters an, was das kleine Männchen alles so aufschreibt. Auch seit ich Björns Artikel über Anonymität im Netz gelesen habe, interessiert es mich mehr, wer hier so vorbeischaut.
Und das Männchen spuckt schon interessante Geschichten aus. Zum Beispiel fand eine IP den Weg über eine Google-Bilder-Suche in mein Blog, eine völlig andere IP nur 4 Stunden später mit dem selben Suchbegriff. Sowas. Und dann war noch jemand am Mitternachtsturnier interessiert.
Ich danke dem Männchen, dass es einfach da sitzt und weiterhin fragen stellt. Ich bin gespannt, was da noch so kommt.

Was mir auch aufgefallen ist, dass google meine Seiten-URLl nicht gefällt, denn präzise Suchanfragen landen auf der Hauptseite oder im Archiv, nie wirklich beim Artikel. Ich sollte meinen URL-Stil mal umstellen…

Nachtrag: So, die Permalink-Struktur ist jetzt Suchmaschinen-freundlich eingestellt. Falls jemand meine Seite mit einem Feed-Reader liest, entschuldige ich mich schon mal für die doppelten Beiträge und Kommentare, die da jetzt kommen!