Aufgeschnappt
Das Leben ist schön,
es kann nur besser werden…
Zitat Aimée, 31.12.2006

Das Jahr war ja mal ein Knaller.
Ich bin gespant, was das nächste so drauf hat.
Ich bin raus, feiern. Guten Rutsch und das alles.
Wir sehen uns nächstes Jahr!
Du mieser kleiner Scheißtag. Du bist noch nicht zu Ende und schon habe ich das Gefühl, dass Du wertlos warst. Verlorene Zeit, gestohlen habe ich sie mir selber. Verschwunden, abgehakt, eingereiht in die Liste der ach so vielen letzten Tage, die in der Erinnerung nicht mehr auseinander zu halten sind. Alles verschwimmt zum Einheitsgrau, ein Tag mehr oder weniger macht es nicht aus. Sowas merke ich noch nicht mal. Beim Einschlafen verspüre ich einen Stich und der Tag entfernt sich von mir um abzutauchen und nie wieder in Erscheinung zu treten. Ich ärgere mich darüber, wieder nicht das geschafft zu haben, was ich mir vorgenommen habe. Ich bin traurig darüber, ins offene Messer gelaufen zu sein, Blödheit und Unsicherheit ausgestrahlt zu haben in einem 10 Sekunden Telefonat, gescheitert an meiner eigenen Erwartungshaltung.
Matt liege ich auf dem Bett, verziehe mich in die hintersten Ecken einer geschriebenen Geschichte, um mich abzulenken von Tristesse, Gleichgültigkeit und Schmerz. Repeat all lässt die Musik rauf und runter spielen, passend zu den immer gleichen Tagen. Ich kann die grauen Herren nicht rausschmeißen, keine Kraft, ihre Zigarren nehmen mir die Luft zum Atmen. Ich kann mich noch nicht mal auf Morgen freuen, dabei fahre ich Heim.
Also warte ich weiter vergeblich darauf, dass die Tasche sich packt, jemand mich rasiert und dass der Tag kurz vor Ende mich doch noch überrascht. Da kann ich ja lange warten. Aber das hatten wir ja schon mal…
Es ist schon amüsant, was Leute so bei google eingeben und dann auf meiner Seite landen. Hier eine Auswahl der schönsten Suchanfragen des letzten Monats:
“xing account löschen” – Hierzu biete ich eine Lösung an!
“uhr mit balkenanzeige” – Hab ich nicht.
“kosten yuopron etwas?” – Klar. Gehirnzellen…
“wäscheständer badewanne” – Verkaufe ich nicht!
“polizisten mainz bilder” – Hehe
“wann kann man eine vermissten anzeige machen” – Tja, das weiß ich auch nicht.
“jan+doof” – Bitte was? Der hat bestimmt nicht mich gesucht
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“wann funktioniert yuopron wieder” – Morgen!
“alt-öttingen” – Danke für den Hinweis, dass ich mich verschrieben habe. Es heißt Altötting.
“s blog mit vielen bildern” – s Ja, bei s mir bist s du da richtig.
“katharina böttger volleyball” – Wer?
“yuopron gefahr” – Kann schon sein…
Kurz vor Weihnachten gelesen:

Auf den ersten Blick und laut Klappentext ein Roman über ein Internat irgendwo in England. Doch die Kinder hier sind etwas Besonderes. Kazuo Ishiguro (Was vom Tage übrig blieb) erzählt aus der Sicht der fast 30-jährigen Kathy, die zurückblickt auf ihre Jugend, ihre Tage im Internat Hailsham und das, was danach kam.
Ishiguro lässt den Leser lange im Unklaren, ebenso wie die Protagonisten in ihren jungen Jahren, die nichts über ihre Bestimmung wissen. Nach und nach setzt sich ein Bild zusammen, bedrückend, eine Zukunftsvision trotz Gegenwartshandlung. Man möchte aufschreien und eingreifen, den Kindern zur Rebellion verhelfen. Als aufgeklärter Mensch fragt man sich, warum die Protagonisten nichts unternehmen, man muss mit ansehen, wie sie sich ihrem Schicksal fügen. Doch Ishiguro versteht es, dem Leser die Hilflosigkeit und Verwirrtheit zu erklären, die durch fehlende Aufklärung und das autoritäre Hailsham entsteht.
Ishiguro hat einen literarischen Schreibstil, wie ich ihn noch nicht gelesen habe. Es macht Freude zu erleben, wie er den Leser tiefer in die Geschichte zieht und er fast in einem Nebensatz die Bombe platzen lässt, die Ahnung bestätigt, die man schon nach den ersten paar Seiten in sich trägt. Er schafft eine Atmosphäre, die genau in das Bild der Erzählung passt. Ich habe mich darin verloren und die Zeilen genossen, während ich sie verschlang.
Eines der besten Bücher, die ich dieses Jahr gelesen habe.
Die Mainzer sind gelassener. Busse und Bahnen sind in gutes Beispiel dafür. Die nächste Haltestelle wird angesagt, jemand drückt und will aussteigen. In Köln und anderswo stellen sich die Leute teilweise schon an den Ausgang, wenn der Bus gerade von der letzten Haltestelle los fährt und bleiben noch 3 Minuten an der Tür stehen. Im Laufe dieser Zeit wird es voller, alle warten gebannt und drängeln sich an der Treppe. In Mainz bleibt der Ausgang verwaist. Jemand hat gedrückt, aber keiner macht Anstalten, aufzustehen. Der Bus fährt an die Haltestelle, macht die Tür auf und plötzlich stehen alle auf und steigen aus. Das läuft immer so. Die Angst, nicht rechtzeitig aus dem Bus zu kommen, ist verschwunden. Selbst alte, langsame Leute bleiben bis zuletzt sitzen. Ist ja auch sicherer als rumzustehen und in einer Kurve den Halt zu verlieren. Wenn jemand doch früher an der Tür steht, erkennt man ihn sofort als Erstsemester oder Tourist. Mich haben damals alle blöd angeschaut. Seitdem bleibe ich sitzen. Jetzt schauen mich die Leute in Köln doof an, wenn ich bis zur letzten Sekunde sitzen bleibe…
Ich mag es kalt. Das Fenster auf, auch in der Nacht, erst recht im Winter. Stickige Luft mag ich nicht. Ich mag meine ständig kalten Füße – wenn ich zu Hause bin. Unterwegs nicht so. Da mag ich Musik auf den Ohren. Und warme Hände. Hände sowieso. Streichelnde Hände, meine und andere. Ich mag Clemetinen, aber nur, wenn sie sich leicht schälen lassen. Und kernlos müssen sie sein. Dann mag ich sogar die ganzen weißen Fäden, die drankleben. Bei Bananen aber nicht. Da fiddel ich sie ab. Ich mag Tee, sehr viel Tee, aber nur Abends. Morgens trinke ich Kaffee, auch viel. Zu viel. Ich mag morgens nicht mehr frühstücken. In Gesellschaft ist das anders, aber wenn ich alleine bin, frühstücke ich nicht mehr. Ich mag schnell fahren. Im Auto, auf dem Fahrrad. Ich rutsche hin und her, wenn der Busfahrer wieder rumtrödelt und nur 30 fährt. Auf dem Fahrrad mag ich riskante Wege, mag ich, wenn kalte Luft durch die Lungen pfeift, wenn ich schneller als die anderen bin und als so manches Auto. Im Auto fahre ich immer schneller als erlaubt. Auch schneller als toleriert. Ich mag es, aus der Flasche zu trinken. Überall zu Hause stehen angebrochene Wasserplastikflaschen rum, manchmal habe ich das Gefühl, ich würde die Deckel sammeln. Ich mag warmes Wasser. Unter der Dusche drehe ich so lange wärmer, bis die Haut rot wird. Ich mag stundenlang duschen, aber nicht stundenlang ins Schwimmbecken. Ich mag es, dass Dinge, die ich bei mir trage, einen bestimmten Platz haben. Meine Perfektion ist Teil resultiert aus meiner Faulheit, so spare ich mir das Suchen. Ich mag Marzipan, besonders zu Weihnachten. Ich mag die Katze lieber als den Hund und den Sommer mehr als den Winter. Ich bin gerne draußen, Nachts unter freiem Himmel. Ich mag in den Tag hineinleben und nichts tun. Ich freue mich neuerdings auf die Wochenenden, mehr denn je. Ich mag telefonieren, Freunden erzählen und erzählt bekommen. Ich mag, wenn ich nicht alleine einschlafe und aufwache. Ich mag mit Musik einschlafen. Ich stehe gerne früh auf. Ich mag wieder Anschluss finden. Ich mag mich – manchmal. Ich frag mich – oft. Ich sag mir – und mach es doch nicht. Ich mag mich wieder freuen wollen.
Wie ich schon mal berichtet habe, schreibe ich hin und wieder ein paar Beiträge für das Städte-Portal Qype. Es hat sich wirklich herausgeputzt und beherbergt in guter alter Web2.0-Manier jede Menge User-Einträge zu Gaststätten, Geschäften und ähnlichen Dingen. Seit ich in Köln bin, nutze ich Qype häufig, um zB. zu schauen, wo man gut frühstücken kann.
Qype verfügt über ein Punktesystem für geschriebene Beiträge, eingefügte Bilder und Feedbacks. Ich habe jetzt 250 Punkte erreicht. Qype vergibt dafür einen “Insider”-Status. Als Dankeschön für die vielen Beiträge klingelte heute der Postbote und überreichte mir mein erstes Weihnachtsgeschenk:
Ein Langarm-Shirt, einen schicken Schlüsselanhänger und diverse Aufkleber. Aber woher wussten die, dass ich so auf Marzipan stehe?
Ich wünsche euch allen, die ihr so vorbeischaut, ein schönes und friedliches Weihnachtsfest! Genießt die Zeit!