Langsam köchelnd setzte er sein Aroma frei, ich stand daneben und konnte ihn schon auf der Zunge schmecken. Nach 20 Minuten war er endlich so weit. Ich nahm ein Sieb, goss den Tee hindurch und schüttete Milch hinzu. Mit Honig und der großen Tasse in der Hand ging ich zurück zum PC und stellte die Tasse in Höhe des Nummernblocks vor die Tastatur. Der Löffel Honig löste sich langsam auf und ich nahm einen ersten Schluck. Lecker.
Der Blick auf den Bildschirm zeigte mir, dass ich mich beim Schreiben einer Mail unterbrochen hatte, las sie erneut und korrigierte ein paar Rechtschreibfehler. Um zur Maus zu kommen musste ich meine Hand jedesmal zurückziehen und um die Tasse herumgreifen. Beim dritten Mal dachte ich, wenn du nicht aufpasst, liegt gleich die Tasse auf dem Boden. Ich griff nach ihr, um sie wegzustellen. Platsch.
Das Meiste ging auf den Boden, der Rest den Schreibtisch – CDs, Kalender, Geld, wichtige Schriftstücke, weniger wichtige Zettel etc. – und alles war nass. In der Tasse war nur noch ein Schluck geblieben.
Dabei hatte ich mich so auf den Tee gefreut…





