Heute Mittag angefangen und gerade zugeklappt (sind nur 160 Seiten):
Als ich gerade ein wenig im Internet über das Buch las, wurde mir schlagartig klar, dass es die Vorlage zum Film Sonnenallee ist. Ewig her, dass ich den Film gesehen habe, und so habe ich auch im Buch nicht den Film wieder herstellen können.
Von Brussig habe ich schon “Helden wie wir” am Strand gelesen bzw draus vorgelesen bekommen. Es war zum Schießen komisch. Ähnlich, wenn auch feiner, ist der Humor “Am kürzeren Ende der Sonnenallee”. Auf den wenigen Seiten wird es nicht langweilig, die Geschichte ist packend. Leider zeitlich ein wenig verwirrend, da man nicht weiß, in was für einem Zeitraum es sich abspielt, aber das tut keinen Abbruch.
Der junge Micha wächst mit Freunden und Familie in Ost-Berlin an der Grenze auf, eine eingeschworene Gemeinde an der Sonnenallee, die bei der Aufteilung von Berlin einfach durchgeschnitten wurde. Der Leser taucht ein in Sex Drugs and Rock’n'roll der DDR, erlebt Revolutionäre, Regimetreue und allerhand kuriose Geschichten rund um den Grenzübergang und das Leben in der Zone. Daneben durchzieht das Buch die Liebesgeschichte zwischen Micha und Miriam, die von Westlern knutschen gelernt hat.
Sehr schön hat mir das Ende gefallen, in dem Brussig offen lässt, ob sich alles so zugetragen hat. Denn je mehr Abstand der Mensch zwischen sich und dem Erlebten legt, desto mehr verschwimmt alles und über das, was mal als scharf und einschneidend empfunden wurde, legt sich der weiche Schleier der Nostalgie.
Glückliche Menschen haben ein schlechtes Gedächtnis und reiche Erinnerungen.
Herrliches Schluss-Zitat
