Als ich bei laut.de neulich wieder ein paar Plattenkritiken las und mich gleiten ließ, entdeckte ich eine Kritik zu K-OS neuem Album Atlantis – Hymns for Disco. K-OS kommt aus Kanada und hat damit bereits sein drittes Album raus gebracht. Ich hatte vorher noch nie von ihm gehört, aber was ich dann hörte, haute mich um. Ist das noch Rap? Oder HipHop? Höre ich da Fugees, Jack Johnson, Beastie Boys, Bob Dylan?
Das Album kommt so verdammt abwechslungsreich daher, es ist eine wahre Freude. Allein der Einstieg mit “Seekwill” macht schon Spaß, es geht weiter mit jazzigem Blues in “Rain”, dann ein bisschen Black Eyed Peas auf Country getrimmt in “Fly Paper”. Im nächsten Song “Equilizer” spielt Hendrix Gitarre, ich hab mich ein bisschen an Smokin SuckaZ (kennt die noch jemand?) erinnert gefühlt. Im Chorus kommen dann auch ganz klar Broken Social Scene durch, die K-OS bei diesem Album als Gastmusiker unterstützt haben. Die zweite Singleauskopplung “Sunday Morning” könnte eben so gut von den Black Eyed Peas stammen, ein einfacher Beat ohne Schnörkel und einer Melodie, die ins Ohr geht und zum Mitgrooven einlädt. “Burn to run” erinnert ein wenig an eine Mischung aus The Police und The Killers, auch ein klarer Ohrwurmkandidat. Mit “Valhalla” kommt dann so ein “Dylan, Peace, Am Lagerfeuer mitsingen”-Song, sehr schön. Ein Schmusesong ist auch drauf, in Form von “Black Ice”, frauenkonform, geschmeidig. Krass gehts weiter mit erstklassigem Gangsterrap und verzerrter Gitarre, ein dreckiger Beat, inklusive Beatbox: “Aquacityboy”. Ja und dann? Packt K-OS seine Accoustikgitarre raus und fängt an, in “Highway 7″ den Singer-Songwriter raus hängen zu lassen. Das Album endet nach 55 Minuten mit “Ballad of Noah” so abwechslungsreich, wie es begonnen hat. 13 Songs, und sofort wieder auf Play gedrückt. Ach ja, feinste Beatbox und Lyrics gibt es als Hiddentrack! Kaufen!