Alles begann mit einem harmlosen Fahrradanhänger, den ich wegen Platzproblemen und akuten Anfällen von Faulheit lieber im Hof als im Keller parkte. Wir hatten bis zum August eine Gemeinschaftsgarage im Hof für Fahrräder etc, die aber durch die Neuvermietung einer Wohnung im Haus von uns nicht mehr genutzt werden kann. Seitdem standen im Hof einige Fahrräder und eben auch mein Anhänger herum. Einen Fahrradkeller gibt es nicht, lediglich ein bisschen Platz unter der Kellertreppe, wo schon ein uraltes Mofa und anderer Schrott stehen. Leider ist unser Blockwart Hausmeister von der alten Schule und duldet keine Gegenstände in unserem wahrlich nicht kleinen Hof – wohl auch, weil seine Frau dann nicht mehr mit dem SLK aus der Garage kommt (es gab offensichtlich schon mal früher Stress, weil des Hausmeisters Frau beim Ausparken ein Fahrrad touchierte und Kratzer im Lack hatte).
Und so hatte ich dann einen Zettel am Anhänger, auf dem mich der Hausmeister aufforderte, das Ding zu entsorgen. Der Hof sei nur zum temporären be- und entladen zu nutzen und sonst für gar nichts! Na gut, dachte ich, mache ich mal keinen Stress und stelle den Anhänger in den Keller, unter die Treppe zu dem anderen Schrott.
Ein paar Tage später dann fand ich wieder einen Zettel, diesmal in unserem Briefkasten. Der Hausmeister bedauerte, dass wir nun keine Gemeinschaftsgarage mehr hätten und dass wir daher jeden verfügbaren Platz für die Fahrräder benötigen würden. Ich solle doch zusehen, dass der Anhänger da weg käme. Es folgte (eher durch Zufall) eine persönliche Rücksprache mit dem Hausmeister im Hof, in der er mir klar machte, dass dies “seit einem Vierteljahrhundert ein sauberes Haus” gewesen sei und er erst gar nicht damit anfangen wolle, dass hier jeder seinen Schrott sonst wo hinstelle. Ich sollte mir in unserem Keller eine Halterung an die Wand machen, da würde der Hänger doch gut hinpassen. Es war ein sehr kühles Gespräch, da ich seinem Ruf nach Zucht und Ordnung nicht so ganz verstehen wollte. Außerdem blieb der Hausmeister bei seiner verbissenen Haltung (kein Rad im Hof!) und bewegte sich keinen Deut auf mich zu.
Habe ich schon erwähnt, dass der Hausmeister von den sechs Garagen im Hof zwei sein Eigen nennt? Und dass er auch zwei Kellerräume hat? Naja, egal. Ich habe mich dann widerwillig gefügt und noch am selben Abend den Hänger unter der Treppe weggeholt und in unseren Keller verfrachtet. Um ihm dann zu zeigen, wie viel Platz für weitere Fahrräder wir dadurch gewonnen haben, habe ich die vorhandenen Räder in Reih und Glied aufgestellt und schön nach ganz hinten durchgeschoben. Das hätte ich mal besser sein gelassen, denn da waren sein Rad und das seiner Frau dabei (zwei Garagen und zwei Keller und trotzdem die Räder unter die Kellertreppe stellen!).
Als Folge dieser Frevelei kam dann der endgültige Höhepunkt:
Lieber Mitbewohner (der mit dem
aAnhänger)
um es nochmals ganz deutlich zu sagen!!!
Sie haben kein Recht um es nochmals zu sagen wirklich kein Recht. Also bitte entsorgen Sie jegliche Sachen und lassen Sie die Finger weg von anderer Menschen Fahrräder
mfG. xxx
Kein Recht worauf?
Merke: Nie wieder Fahrräder anfassen und ja keine Sachen irgendwo stehen lassen. Denn das hier ist seit einem Vierteljahrhundert ein stocksteifes und biederes Haus! Sauber! Der Hausmeister ist halt gleicher unter Gleichen.
Fortsetzung folgt (bestimmt irgendwann).
