Die letzten beiden Bilder hier waren so genannte HDRIs. Das ist eine Handwerkskunst in der digitalen Fotografie, in der ich seit ein paar Wochen meine ersten Gehversuche unternehme.
Analoge Fotografie hatte für mich immer einen Vorteil: Ein größeres Kontrastverhältnis. Die bezahlbare digitale Fotografie bringt es derzeit nur auf ein Kontrastverhältnis von 1000:1, analog schafft 10.000:1. Das ist aber eigentlich auch egal, denn gute Flachbildschirme schaffen auch gerade mal 5000:1.
Es gibt aber eine Möglichkeit, wie man mit digitaler Fotografie einen höheren Kontrast und damit sehr schicke Bilder bekommt: Zunächst nimmt man das selbe Motiv mehrfach in einer Belichtungsreihe auf.
Zu dunkler Vordergrund, dafür ist der Himmel schön blau:
Vordergrund noch zu dunkel, Himmel schon grau:
Vordergrund gut, Himmel zu grell:
Man kann diese Bilder dann mit einer speziellen Software übereinander legen. Daher sollte man die Fotos auch mit einem Stativ schießen – Wackeln oder Bewegungen können nur zu einem gewissen Grad herausgerechnet werden. Die Software errechnet aus allen Fotos ein neues Bild mit einem Kontrastverhältnis von in der Regel 200.000:1. Ein High Dynamic Range Image, HDRI. Da Monitore und Flachbildschirme so etwas aber nicht darstellen können, benötigt man einen speziellen Viewer für das HDRI. Doch es gibt ein weiteres Verfahren, mit Hilfe dessen ein HDRI in ein jpeg pressen kann, das ToneMapping. Das Ergebnis nach dem ToneMapping der drei Bilder von oben sieht dann so aus:
Dank des ToneMapping kann man in der Gradationskurve des HDRI ohne Ende herumpfuschen, an der Sättigung drehen, Farben, Weiß- und Schwarzwerten, Mikrokontrasten, Helligkeit… Man kann das auch ganz schön übertreiben.
Ich werde weiter damit herumexperimentieren und Erfahrungen sammeln, wann sich eine Belichtungsreihe lohnt und wann nicht. Hier hat es sich gelohnt:
Mehr HDRIs DRIs (Der Artikel bei Wikipedia hat mich eines Besseren belehrt. Korrekt heißen die Bilder nur noch DRIs, da in einem HDRI alle Helligkeitsdaten gespeichert werden. In der jpeg-Variante ist das nicht mehr der Fall.) gibt es dann hier.


Junge Junge,
sehr schicke Bilder.
Besonders der Dom fasziniert!
Schön erklärt. Der Dom ist beeindruckend, die anderen Bilder unten sind schön natürlich. Gute Arbeit, weiter so.
nix für schnappschüsse, oder? aber für landschaft oder gestelt aufnahmen sicherlich extrem gut…
schöne Bilder Jan, habe inzwischen auch einiges über das sehr reizvolle Thema gelesen (Zeitschrift Photographie pp) und denke, ich werd’s mal angreifen und mal wieder mehr mit Stativ arbeiten, dürfte dafür unumgänglich sein. Führt jedenfalls erheblich weiter als rumprobieren mit Gradation usw. Unter dem von dir am Decksteiner Weiher fotografierten Baum hab ich 1971 ff bestimmt auch schon rumgelegen,
HEy, darüber haben wir doch beim Kaffee geredet. Sag dem Micha P. mal bescheid, der wollte das doch mal sehen.
Hast wieder echt gute Motive gefunden. Ich sag doch, JOBWECHSEL
Danke für das viele Lob!