Nils hat es ja schon erwähnt: Chrome ist da. Der neuer Browser aus dem Hause Google. Aber die Bedenken, die Nils hat, teile ich nicht wirklich. Ich sehe das eher wie Johnny Haeusler. Wenn Google uns Böses tut, schaden sie sich selbst. Natürlich muss man aufpassen, was man denen alles mitteilt, aber mit ein wenig gesundem Webverstand (den jeder haben sollte, der auf die Idee kommt, sich Chrome zu installieren), sollte das keine so große Rolle spielen. Außerdem ist der Quellcode von Chrome OpenSource, also für jeden einsehbar. Die würden sich nur ins Bein schießen.
Das einzige Manko, was ich derzeit sehe in Punkto “Userdaten-Spionage” ist, dass Chrome das an Google sendet, was ich in die Adresszeile schreibe, um mir Vorschläge aus der Suchmaschine zu präsentieren. Aber selbst ohne diese Funktion im Chrome weiß Google doch schon längst, welche Webseiten man besucht, dank Google Analytics, das mittlerweile auf was-weiß-ich-nicht-wie-vielen Webseiten drauf ist. (Ich blocke dieses Skript übrigens mit dem Firefox-Plugin NoScript.)
Ich jedenfalls wollte wissen, was der Neue so alles kann und habe mir die Beta-Version installiert.
Die Installation ging easy binnen 5 Minuten inklusive Download. Chrome fragt sogar nach, ob man Google als Suchmaschine haben möchte oder doch lieber eine der 9 anderen aus dem Angebot. Chrome wird nach der Installation nicht als Standardbrowser ausgeführt, ebenso ist das automatische Senden von Nutzungsstatistiken und Fehlerberichten per default ausgestellt. Das nimmt den Verschwörungstheoretikern auf den ersten Blick schon mal den Wind aus den Segeln.
Dann kam der optische Eindruck: Bah, sieht der scheiße aus. Dieses helle Blau und dazu die komischen Icons, das gefällt mir auch bei anderen Google-Anwendungen schon nicht.
Der nächste Eindruck: Meine Güte ist der schnell! Sehr schnell! Ohne zu übertreiben: Es gibt keinen Browser, der schneller ist. Alle Seiten werden sekundenschnell geladen, Videos laufen sofort los, das überzeugt.
Lustig ist das anonyme Browserfenster:
Sie haben den Modus für anonymes Browsen aktiviert. In diesem Fenster aufgerufene Seiten werden nicht im Browserverlauf oder Suchverlauf angezeigt. Zudem werden nach dem Schließen des Inkognito-Fensters keine anderen Hinweise wie Cookies auf dem Computer gespeichert. Heruntergeladene Dateien oder hinzugefügte Lesezeichen werden jedoch beibehalten.
Sehr gelungen finde ich auch das Drag&Drop-Verhalten der Tabs und anderem Kram. Man kann fast alles hin- und herziehen.
Wo noch stark dran gearbeitet werden muss ist die Lesezeichen-Verwaltung. Die findet nämlich so gut wie gar nicht statt. Da lobe ich mir den Firefox.
Alles in allem bestimmt eine Alternative zum Firefox, wenn es irgendwann Plugins und anderen Kram dafür gibt. Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt.
Hier noch ein interessanter Video-Beitrag vom WDR zu Chrome: Angeklickt