Eigentlich hätte ich schon vor über einem Jahr über die Jungs aus Schweden schreiben sollen, als sie mir über den Weg liefen. Hab ich aber nicht. Nun gibt es aber einen Anlass. Nämlich das neue Album und das Konzert am Mittwoch hier im Gebäude 9 in Köln. Die Rede ist von Friska Viljor.
“For new beginnings” heißt die neue Scheibe und knüpft solide an den Stil ihrer beiden Vorgänger an. Ein bisschen mehr Folk, ein bisschen mehr Ukulele, Akkordeon und Mandoline. Und ruhiger, aber nach mehrmaligen hören für meinen Geschmack auch schöner, homogener, ausgewogener. Es fehlen halt die ganz großen Renner wie “Shotgun Sister”, “Puppet Cabaret” oder “Arpeggio”. Trotzdem schafft es die Singleauskopplung “Wohlwill” mit Schwung, den Tenor des Albums unter einen Hut zu bringen. Das Konzert konnte ja nur gut werden. Und das wurde es auch.
Als Vorbands gab es William the Contractor, der mich sehr positiv überrascht hat. Da würd ich mich freuen, mehr von dem zu hören. Danach (kurze Umbauphase: 2 Mikros tauschen) spielte Lena Malmborg mit Band, die waren aber eher lau und breiig.
Und dann kamen endlich Daniel Johansson und Joakim Sveningsson, zunächst alleine, auf die Bühne mit Ukulele und Mini-Plastik-Akkordeon und stimmten die ersten Takte von “Daj Daj Die” an. Die Halle schunkelte sich warm, dann betrat die restliche Band die Bühne und alle gröhlten zusammen wie nach einer durchzechten Nacht Daj Daj Die – Publikum inklusive. Es folgte eine bunte Mischung quer durch alle drei Alben, fast immer tanzbar, kaum ruhige Phasen zur Erholung. Die Band gab alles, es wurde gekreischt, geschrien und schräg gesungen. Ich liebe die Jungs dafür. Zur zweiten Zugabe gab es Luftballons und Konfetti und ein atemberaubendes “Friskashuffle” – “Everything is allright, everything is okay…” Am Ende verabschiedete man sich pompös und durchgeschwitzt. Einziger Wermutstropfen: Sie haben “Puppet Cabaret” nicht gespielt. Trotzdem ein sehr gelungenes Konzert.
For new beginnings. Was für ein passender Titel. Also für mich persönlich.