Archiv für Mai 2009

Beelitz Heilstätten


Von 1898 bis 1930 baute die Landesversicherungsanstalt Berlin einen großen Krankenhaus-Komplex in Beelitz, südwestlich von Potsdam gelegen. Zu seiner Blütezeit verfügte der Komplex über 1.200 Betten, 2 Sanatorien (eins für Männer, eins für Frauen), 2 Lungenheilstätten, einer Chirurgie und ein eigenes Heizkraftwerk. In den Weltkriegen wurden die Gebäude als Militärhospital genutzt, nach 1945 zog die sowjetische Armee ein, errichtete militärisches Sperrgebiet und nutze das Hospital selbst. 1994 zogen die Russen ab. Seitdem stehen die Gebäude leer, einige wurden saniert und unter Denkmalschutz gestellt. Das meiste aber ist dem Verfall überlassen, unter anderem, weil das Geld zur Sanierung fehlt. Die Natur holt sich langsam alles zurück. Und so ist Beelitz Heilstätten heute ein Mekka für Profi- und Hobbyfotografen, Sprayer, Satanisten und Schaulustige.

Wir waren einen ganzen Tag dort und haben doch nicht alles sehen können. Am Ende waren wir erschlagen von den Eindrücken. Es war unglaublich spannend, durch all die verfallenen, heruntergekommenen und abbruchreifen Häsuer zu streifen, hinter die Türen zu schauen, durch Dachböden zu kraxeln, riesige Hallen zu entdecken, endlose Flure zu begehen und sich in den riesigen Komplexen zu verlaufen. Man läuft durch drei verwinkelte Räume, alles ziemlich dunkel, nass und morsch und steht auf einmal in einem Kinosaal. Keller voller Gerümpel, eine gekachelte Halle mit einem Seziertisch, aber meist nur leere Zimmer, in denen die Farbe von den Wänden blättert. Hin und wieder hängt noch ein Vorhang, liegt ein alter Kühlschrank herum, steht da eine Vitrine, aber sonst sind fast alle Einrichtungsgegenstände entfernt worden. Bäume wachsen auf den Dächern der einen Lungenheilstätte, die Natur  bahnt sich überall den Weg…

Wir wollen auf jeden Fall noch einmal hin, dann mit noch mehr Zeit im Gepäck und der Muße, Fotos besser zu gestalten und nicht wie angestachelte Touristen von einem Haus ins nächste zu jagen.

Trotzdem kann sich die Ausbeute in meiner Galerie sehen lassen.

Mehr Infos gibt es hier: www.heilstaetten.beelitz-online.de

LeftRightLeftRightLeft

Coldplay hat nach der “Viva La Vida”-Tour ein Geschenk für Fans online gestellt. Seit gestern (und noch bis September) kann man sich kostenlos auf der Homepage der Band das Live-Album “LeftRightLeftRightLeft” herunterladen. 9 Songs, 192 kbps, gute Quali.
Ich hab es grad quergehört und muss sagen, dass mich die Platte nicht grad vom Hocker reißt, dazu klingen die Songs zu sehr nach Studio. Offensichtlich legt man bei Coldplay Wert darauf, die Songs live nicht zu variieren oder umzubauen. Aber okay, es klingt trotzdem schön in meinen Ohren.

Der Download war gestern Abend nicht verfügbar, ich habe einen alternativen bei Chip.de genutzt.

Gisbert-Wochen

Von Gisbert zu Knyphausen habe ich an anderer Stelle schon mal einen kleinen Auszug aus einem seiner Songs zitiert. Seit ich die Platte habe, begleitet sie mich häufig, regt mich an, holt mich runter und lässt mich nachdenken. Vor ein paar Wochen bin ich zu seinem Konzert nach Wiesbaden im Schlachthof gefahren, das war sehr schön und gemütlich.

Nun sind offensichtlich gerade Gisbert-Wochen angesagt, denn seine Medien-Präsenz nimmt stetig zu.

Dem aktuellen Rolling Stone Magazin liegt eine Live-CD von Gisbert bei, ein Mitschnitt mit 10 Stücken von einem (Fast-Solo-)Konzert aus Hamburg vom September 2008. Absolut hörenswert.

Noch dazu hat der Deutschlandfunk in seiner Reihe “On Stage” einen einstündigen Mitschnitt eines Konzertes aus Stuttgart vom April gesendet und danach online gestellt. Hier mit kompletter Band, aber leider auch mit Moderatorin, die wie in alten Tape-Mitschnitt-Zeiten immer mal wieder dazwischenlabert.

Und denen, die jetzt immer noch nicht genug haben, empfehle ich noch gleich den Riesling “Edition Gisbert” vom elterlichen Weingut Baron Knyphausen in Eltville. Tobi (dessen Blog es nicht mehr gibt, stelle ich gerade fest) hat ihn schon getrunken und meint, dass sich die 8,50 Euro pro Flasche auf jeden Fall lohnen.

Natürlich kann man “den interessantesten Songwriter der Nation” (Süddeutsche Zeitung) auch noch live sehen, zum Beispiel am 24.6. in Köln (bäääh, da muss ich arbeiten) oder am 27.6. in Krefeld…

Ach ja, wer Interesse hat, der kann sich ein paar Songs von Gisbert natürlich bei myspace anhören.