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29. November 2009

Ein Österreichisch sprechender Isländer

Geschrieben am 29. November 2009

helgi jonsson

Helgi Hrafn Jónsson. Der Vorname Helgi allein lässt auf etwas Niedliches schließen, und tatsächlich kam der gerade 30 gewordene Jónsson für meinen Geschmack ein bisschen zu brav daher, wie ein 20-Jähriger auf seiner ersten Tournee nach dem Abi. Nach den ersten Songs fing der Isländer etwas schüchtern an, seine Ansagen auf Deutsch Österreichisch zu machen, hat er doch einige Jahre dort gelebt. Für meine Ohren hat der österreichische Akzent ja etwas Belustigendes, er klingt geradezu niedlich. Und so standen die ehrlichen, persönlichen Ansagen vom Nervenzusammenbruch während der Tour, von gelöschten Traumsymphonien und dem Eingeständnis, nicht multitaskingfähig zu sein im krassen Gegensatz zu dem Akzent und dem jungenhaftem Aussehen.
Die Band (Zitat Jónsson: „Es ist so geil, eine Band zu haben.“) bestand nur aus einem steifen Bassisten, der das gesamte Konzert keine Mimik zeigte und sich nicht sichtbar bewegte, und einem ab und zu Klavier spielenden Drummer. Helgi Jónsson selber sang, spielte Gitarre und Klavier, obwohl er klassisch ausgebildeter Posaunist ist.
In den Pausen wurde also gegrinst, während der Songs aber gestaunt. Mit seiner glasklaren, androgynen Stimme („Wenn ich eins nicht habe, dann eine tiefe Stimme.“), dem sanft aufgebauten Arrangement der Songs und dem Zusammenspiel der Instrumente erzeugt Jónsson eine atemberaubende Stimmung, schwermütig, langsam und vielschichtig. Kopfkino, aber richtig. Augen schließen und sich fort auf Islands grüne Wiesen, schwarze Berge und raue See träumen. Dabei singt Jónsson nur wenige Songs auf Isländisch. Zumeist bedient er sich der englischen Sprache, was den Träumen aber keinen Abbruch tut.
Nur selten ließ sich das Publikum zum Mitwippen bewegen, so zum Beispiel bei der ersten Singleauskopplung „Digging up a tree“ (Download) seines neuen Albums „For the Rest of my Childhood“. Die neue Singleauskopplung „Lay it down“ (Download) dagegen wurde angekündigt als „am ehesten zu Weihnachten passender Song“. Wieder sehr ruhig, melancholisch und mit sanfter Hand geführt. Hat aber trotzdem nix mit Weihnachten zu tun.
Das gesamte Album ist voller großartiger Songs, durchzogen von einer tollen Harmonie. Es wird mit jedem Hören besser, immer wieder entdecke ich Kleinigkeiten, die ich vorher nicht gehört habe. Ich kann es nur empfehlen!

Zu sehen ist Jónsson erst mal nur noch morgen in Berlin. Lesen kann man von ihm auch ein bisschen in seinem Blog und bei Twitter. Aber ich hoffe, dass ich in Zukunft noch viel mehr von ihm hören werde.