Januar. Ich komme von der Nordsee zurück und bin wieder allein. Es liegt Schnee, ziemlich viel und ziemlich lange. Mein Kopf blockiert, an bloggen ist nicht zu denken.
Februar. Nach langer Suche habe ich einen Schreibtisch gefunden, er macht sich gut in der neuen Wohnung. Wir richten uns weiter ein. Herr Reiter fesselt mich ans Bett. Öde Stunden im tristen Grau. Es schneit schon wieder.
März. Ich kann wieder arbeiten. Das Stadtarchiv stürzt ein. Krokusse auf dem Balkon geben einen ersten zaghaften Hinweis auf den Frühling. Ich fange an, ellenlange Mails nach Berlin zu schreiben.
April. Renko kommt gleich zwei Mal vorbei. Auf dem Geburtstag meiner Schwester schwärmen wir zu fünft vom Frankreichurlaub und fragen uns, wie das schon 6 Jahre her sein kann.
Mai. Ich fahre nach Berlin und fühle mich wohl. Das werde ich nun öfter tun. Dank der Feiertage habe ich Zeit. Die Sonne scheint wie wild. Wir unternehmen viel, erkunden mit unseren Kameras die Gegend. Ich bin tief beeindruckt von Beelitz Heilstätten.
Juni. Das Hochbett wird aufgebaut und im Zoo reißt das Flusspferd sein riesiges Maul auf. Es ist warm, es riecht nach Sommer. Freitags und Montags sitze ich oft im Zug.
Juli. Urlaub. 14 Tage faul am Strand rumliegen, Sonne, Erholung pur. Als ich wiederkomme, fahre ich ein letztes Mal nach Berlin.
August. Gleich zwei meiner ehemaligen Kommolitonen heiraten, ich spiele den Fotografen und frage mich, ob ich je heiraten werde. Es fällt mir schwer, mich von Berlin zu lösen. Die Tage schleppen sich dahin.
September. Ich bastel mir ein neues Design für meinen Blog und schreibe wieder viel mehr. Ein Brief erschüttert meine Zukunft. Wir kündigen unsere Wohnung. Der Herbst ist nicht in Sicht, ich laufe immer noch im T-Shirt herum. Ich stehe in einer verlassenen Kaserne und schieße Fotos.
Oktober. Ganz viel neue Musik strömt auf mich ein. Ich schreibe eine letzte Mail nach Berlin. Ich schmiede neue Pläne, suche nach Perspektiven, strecke meine Fühler aus nach Hamburg, Berlin und Mainz. Ich mache viele Spaziergänge, auf einmal habe ich so viel freie Zeit wie noch nie. Endlich schaffe ich es auf einen Besuch in den Süden, herrliche Tage im Herbst, um auf andere Gedanken zu kommen. Ich höhle einen Kürbis aus und stehe neben Vampiren an einer brennenden Tonne.
November. Gedanken ans Ausland kommen auf und verschwinden am Ende des Monats wieder. Ich werde hin und her gerissen, gehe auf eine Party, die mich träumen lässt. Unsere Nachmieter unterschreiben ihren Vertag. Der Anruf, dass ich Köln bleiben soll, kommt zu spät, um die Wohnung doch noch behalten zu können. Die Winterastern auf dem Balkon blühen, ich lasse zum ersten Mal in diesem Jahr einen Drachen steigen und gehe auf so viele Konzerte wie noch nie.
Dezember. Ich muss mir eine neue Wohnung suchen. Ich habe Geburtstag und lerne einen Tag später noch mehr neue Freunde kennen. Und auf einmal ist es da, dieses Kribbeln im Bauch. Es hat geschneit. Ich sitze auf einer Couch und sie nimmt all ihren Mut zusammen. Mir wird heiß und kalt und ich sage Ja. Weihnachten dauert dieses Jahr 5 Tage. Nachher gehe ich ins Stadion, Rheinfeiern.
Ein komisches Jahr, das in Trance anfing und erst langsam Fahrt aufnahm. Ein Sommer voller Reisen, ein Herbst voller Verwirrung und ein Winter wie eine Achterbahnfahrt mit glücklichem Ende. Selten habe ich mich zum Abschluss eines Jahres so gut gefühlt. Aber es fühlt sich nicht an wie Silvester. Es ist nur eine weitere Party auf der Welle, die ich reite. Könnte jetzt bitte auch noch ne Wohnung vom Himmel fallen?
Meine Top-Alben des Jahres 2009. Wer erkennt welche?
Besonders hervorheben aus diesem Patchwork möchte ich zwei Alben als “Platte des Jahres”.
Zum einen “Mumford & Sons” (2.v.o., 1.v.r.), die mit ihrem Debut-Album “Sigh no more” einen nie geglaubten Volltreffer mitten in meinen Musikgeschmack gelandet haben. 60er Jahre Folk-Rock, damit kann man mir doch nicht kommen. Aber das klingt dann doch anders, als es die Genre-Bezeichnung vermuten lässt. Eine verdammt gute Platte, die ich zwar erst seit ein paar Wochen kenne, die es aber wohl in meine Top 10 des Jahrzenhnts geschafft hätte – wenn es denn eine geben würde.
Und zum anderen The Rural Alberta Advantage (1.v.o., 1.v.l.). Die drei Kanadier haben sich mit ihrer Platte “Hometowns” (ebenfalls ein Debut) an die Spitze meiner Playlist gespielt. Im weitesten Sinne machen sie Indie-Rock, aber ebenso wie Mumford lassen sie sich nicht wirklich in eine Genre-Schublade pressen. Herrlich!
Ich könnte noch über viel mehr Alben schreiben, über Margot & The Nuclear So and So’s, über The XX, die ich im Februar live sehe, über meine Neuentdeckung Wintersleep, über Alberta Cross oder mal was ganz anderes, Moderat (Berliner Techno) z.B., aber ich habe schon zu lange über eine Top10 für 2009 oder sogar das ganze Jahrzehnt oder ähnliche Hitlisten nachgedacht, ich belasse es einfach mal dabei. Interessierten sei hier im Blog die Kategorie Musik ans Herz gelegt oder mein last.fm-Account.
Als Aperitif stand zur Auswahl ein Winzersekt, ein Crémant, ein Champanger oder Waldbeeren-Cocktail mit Sekt. Ich habe die Waldbeeren gewählt.
Zunächst gab es einen Gruß aus der Küche – ein Tomatenmuosse-Dreieck, ein Stückchen Quiche und einem Chorizo-Strudel. Dazu gab es hausgebackenes Brot, Butter und Kräuterquark.
Als Vorspeise: Lachsforelle, ein Millefeuille mit Zitronengras und Limetten gebeizt auf Erdnuss-Koriander-Pesto.
Das Hauptgericht: Wachtel als Crepinette mit Pack Choi auf Berberitzen-Risotto an Mole-Gewürzjus.
Zum Nachtisch: Lebkuchen als Terrine, dazu kandierte Früchte an Glühwein-Sauce und Marzipan-Eis oder einen Käseteller .
Zum Essen gab es Weinbegleitung. Zur Vorspeise einen Grüner Veltliner Weißwein, zum Hauptgericht einen Bordeaux und zur Käseplatte einen Spätburgunder aus Chile.
Yeah! Ein Hoch auf meinen Provider, der trotz seines Urlaubs mir hervorragenden Support geliefert hat! Es war meine eigene Schuld, ich habe mir gestern durch meine eigene Dummheit mein Blog zerschossen. Trotzdem hat mein Provider reagiert und mir ein Backup eingespielt! Einzig die Kategorien funktionieren noch nicht, das heißt, ich muss wahrscheinlich alle 391 Artikel neu katalogisieren… Aber egal, besser so, als dass 80 Artikel seit Jahresmitte fehlen würden!
Für alle, die noch einen zuverlässigen, freundlichen und kompetenten Provider suchen: http://aktivhost.de/
Geschrieben am Mittwoch, 30. Dezember 2009 und einsortiert unter Leben
Wer das liest, wird feststellen, dass hier ein ziemliches Chaos herrscht. Uralte Artikel, falsche Umlaute, altes Design. Das liegt daran, dass ich heute morgen mal schnell meine Wordpress-Software auf die Version 2.9 updaten wollte. Vor jedem Update habe ich bisher ein Backup angelegt, selbst als es bequem wurde und man die Updates nicht mehr von Hand einspielen musste. Nie habe ich es gebraucht. Aber heute sah es auf einmal so aus. 30 Minuten dauerte das Update schon, da riss mir der Geduldsfaden und ich brach es ab. Als Folge sah ich nur noch eine weiße Seite und diesen Fehler:
Warning: main(/www/htdocs/…/wordpress/wp-includes/streams.php) [function.main]: failed to open stream: No such file or directory in /www/htdocs/…/wordpress/wp-content/plugins/mygallery/mygallery.php on line 42
Shit. Das konnte ja nur bedeuten, dass das Update schief gelaufen ist und meine Datenbank einen Schaden erlitten hat. Ich versuchte ein manuelles Update aller Dateien via FTP und dem Befehl /wp-admin/upgrade.php, aber auch das funktionierte nicht.
Was macht man in einer solchen Situation? Genau, man ärgert sich maßlos darüber, kein Backup angelegt zu haben und stellt erschrocken fest, dass das letzte Backup von Mitte Mai ist. Damn! Nun, was bleibt mir anderes übrig, dachte ich und loggte mich auf meinen Server ein, um das Backup einzuspielen. Das klappte reibungslos – das Blog funktionierte trotzdem nicht mehr. Ich habe dann die Fehlermeldung einfach mal kopiert und Google suchen lassen. Und siehe da, da hat jemand das gleiche Problem. Und eine Lösung gab es auch gleich mit dazu. In der neuen Wordpress-Version 2.9 fehlen einfach 2 Dateien, die mein uraltes Galerie-Skript zum Arbeiten braucht. Daher die Fehlermeldung. Also hab ich mir die beiden Dateien aus einer alten Wordpress-Installation herausgesucht und hochgeladen und siehe da: Es geht wieder alles.
ABER: Ich musste ja das doofe Backup einspielen. Das heißt, all meine Artikel von Mai bis heute (über 60 Stück), all die Bilder, all die Kommentare sind weg!
So, wie es aussieht, gibt es keinen Undo-Befehl, das Backup rückgängig zu machen. Meine letzte Hoffnung bleibt mein Provider, er müsste eigentlich täglich Backups machen. Vielleicht setzt er meinen Blog einfach auf gestern zurück. Aber leider ist er bis zum 10.01. im Urlaub…
Geschrieben am Mittwoch, 30. Dezember 2009 und einsortiert unter Leben
Tom hat ein Problem. Alle seine Freunde sind Superhelden. Und so auch seine Freundin, Die Perfektionistin. Auf der Hochzeit von Tom und Perf kommt es zum Eklat, ihr Ex-Freund Der Hypnotiseur hypnotisiert die Perfektionistin, so dass sie Tom nicht mehr sehen kann. Sie glaubt, er ist abgehauen. Tom unternimmt alles, um auf sich aufmerksam zu machen, aber er scheitert. Nach 6 Monaten ohne Tom beschließt Perf, ein neues Leben in Vancouver anzufangen. Tom bleibt nicht mehr viel Zeit, um den Zauber doch noch aufzuheben.
Andrew Kaufman schildert in seinem ersten Roman (eigentlich ist es kein Roman, es sind nur 108 sehr groß bedruckte Seiten) die letzte Chance von Tom, sich gegenüber Perf bemerkbar zu machen. Durchtränkt wird die Geschichte von Rückblicken und kleinen Anekdoten, die einem das Herz erwärmen. Wie sich Perf und Tom kennengelernt haben, was es alles für andere Superhelden gibt und womit sie sich rumschlagen, wie die Beziehung zu einer Superheldin funktioniert, was ein Herzreperaturservice anrichten kann…
Kaufman schafft es, dass man von einem Hochgefühl in ein tiefes Tal stürzt und umgekehrt. Man möchte ständig “Och, wie süüüß!” rufen und jedem daraus vorlesen.
Letztlich sind wir nach Kaufmans Definition alle Superhelden. Da wäre zum Beispiel Der Couchsurfer, der immer auf den Sofas anderer lebt, nie Geld, aber immer Zigaretten hat. Oder Fallgirl, die immer und überall herunter fällt. Faultier hat die Superfähigkeit, ganz beherzt “Scheiß drauf” zu sagen und dümpelt vor sich hin. Das Stresshäschen saugt jedweden Stress im Umkreis von 15 Metern auf und wird daher sehr gerne zu Picknicks und Partys eingeladen. Das Buch ist voll von Superhelden, die ihre Macken zu Superkräften umfunktioniert haben. Man muss sich nur darauf einlassen, dann lässt es sich viel besser damit leben.
Das Buch singt das Hohelied der Liebe, jeder Satz ist eine Offenbarung. Es lohnt sich, lange darüber nachzudenken und sich zu überlegen, was man selber für Superkräfte hat.
Schade aber, dass es nur eine große Tasse Tee dauert, bis man es durchgelesen hat. Aber man kann es ja gleich noch mal lesen. Oder man hat jemanden, dem man es eingekuschelt in ein warmes Bett vorlesen kann.
Geschrieben am Freitag, 18. Dezember 2009 und einsortiert unter Leben, Lesen
nichindentunnel “deine neutrale haltung macht mich fertig. du bist viel zu tolerant, ich verlasse dich! und jetzt sag nicht, dass du das respektierst!!”
busslbissl die phantasie badet heute in einer wanne voller eiswürfel und liest mickey-mouse-heftchen.
Amaot Dumm, wenn da wo die Liebe hinfällt kein Mensch ist. Nur Andre Rieu und ein Schaf
haekelschwein Wenn Gott gewollt hätte, dass wir um halb drei schlafen, würde er das Internet nachts abschalten!
wikipeter “Willst du drüber reden?” “Nein.” “Willst du den Kummer tanzen?”
diktator Abschmink-kram, Föhn, Kontaktlinsenreinigungsflüssigkeit und Zahnbürsten gekauft. Sie werden bei ihren Ausreden kreativer werden müssen!
luzilla sitze mit zwei vollen mülltüten in der ubahn. bin jetzt unsicher,ob ich überhaupt schon wach bin.was hab ichn dann in die tonne geschmissen?
soeinfachistdas “das war’s. in meinem herz hockt ein trauriger, kleiner igel und weint.”
Kurzentschlossen geh ich heute Abend zu William Fitzsimmons ins Gebäude 9. Der spielt zwar eigentlich erst morgen dort, aber da das Konzert relativ schnell ausverkuaft war, wurde noch ein Zusatzkonzert aus der Taufe gehoben. Mich freuts, denn so bekam ich noch ne Karte.
Es ist mehr oder weniger ein Schuss ins Blaue, eine Empfehlung vom Tobi. Ich kenne nur das, was er an Hörproben bei Myspace eingestellt hat. Aber das reicht schon, um mich zu begeistern. Last.fm schreibt: “Ein US-amerikanischer Singer/Songwriter aus Jacksonville, Illinois. Er bezeichnet sich selbst als ‘the melancholic but adorable adopted baby of Nick Drake, Sufjan Stevens, The Postal Service, and Iron & Wine’.”
Na, das hör ich mir doch gerne an! Und für 15 Euro nehm ich das Konzert noch grad mit (Ich war ja zuletzt echt selten auf Konzerten).
One day laser beams will cure my sight
Negative five, that’s pretty much blind,
I wanna see things, you know
Stare so deep into the laptop light
Sip your coffee and stare,
Like you got something to say
But you can’t say it cause it just ‘aint there anymore
The black premonition flexed in his mind
Conversed with absolute time,
And space
And time and space,
And time and space,
And nothing really matters anymore
You can’t say, don’t ever say it
It’s not tangible, it’s not even relevant
A warm hand, a short skirt
A soft blanket, a trusty appliance
A fifty-seven in mathematics and science
An oxygen mask
They stick it and they never come back
Never come back
Never come back anymore
Are you with me
Or am I wrong?
The silly old songs
Do they mean anything or am I just wrong
Am I just wrong
Am I just wrong
How did I ever get so god damn dumb
A foreign lick from a familiar tongue
It’s not one you love, but it’s familiar enough
Mouthful of teeth chewed up and spit on the ground
When I speak, I’m all words, just wide naked sound
Carelessly rendered and scattered around
Random, animal
Clumsily stitched together
Forever alien and forever altered
Floating in absolute time and space
And time and space
And time and space and nothing really matters anymore
Geschrieben am Donnerstag, 10. Dezember 2009 und einsortiert unter Leben, Musik, Myspace