Christliche Fundamentalisten

Ex-Tagesschau-Sprecherin Eva Herman ist mir nun zum zweiten Mal sehr sauer aufgestoßen. Nach ihrem Lob an Hitlers Familienpolitik vor 3 Jahren bemüht sie nun die 21 Toten der Loveparade, um ihren christlichen Fundamentalismus weiter zu verbreiten:

Denn das amtliche Ende der »geilsten Party der Welt«, der Loveparade, dürfte mit dem gestrigen Tag besiegelt worden sein! Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen. Was das angeht, kann man nur erleichtert aufatmen!

Quelle

Und wer ist es wie immer Schuld? Die Achtundsechziger. Hilfe, wir verrohen und haben keine Moral mehr!
Außerdem outet sich Herman noch als schlechte Musikkritikerin.

Mir fehlen die Worte, aber andere haben dafür ganz gute gefunden:

Herman vermutet Gott hinter Massenpanik

Wie chistliche Fundametalisten die Toten der Loveparade instrumentalieren

Gott straft die Sünder

Anruf von Gisbert

Das Handy schellt. Ich fahre einhändig an den Bordstein, krame mit der anderen das Gerät aus der Hosentasche. Ein kurzer Blick aufs Display und ich weiß sofort, was mich erwartet. Ich sage gar nicht erst hallo. Es lärmt, es krächzt, viel zu laut, aber ich höre ihn deutlich singen.
“Denn dies ist unsere Zeit, wir sind in dieser Nacht geborn, wie Idioten aus dem Film hab ich mein Herz an Dich verlorn. Und ist dies das neue Jahr? Du legst den Kopf in meine Arme, und er ruht sanft in meinen Händen. Und ich kann spürn, wie sichs bewegt. Und wir sind jetzt mitten drin, es wird schwierig jetzt und hart. Wenn wir hier zu lange stehn, gehn wir nie wieder zurück. Doch wohin mit all dem Unsinn? Vielleicht wärs gut wenns jetzt hier endet. Doch wir haben keine Wahl, wir rutschen tiefer und tiefer und tiefer und tiefer und tiefer und tiefer und tiefer und tiefer ins Glück.”
Meine Gedanken kreisen. Zu der jungen Familie, 200 km weit weg, die gerade auf einem Weingut zu diesen Klängen lauscht und nichts besseres zu tun hat, als mich anzurufen und daran teilhaben zu lassen. Danke, denke ich. Danke.
Aber meine Gedanken fliegen auch zu diesem Festival. Die ersten warmen Tage in diesem Jahr, Pfingsten, auf dieser Wiese. Gisbert da hinten auf der Bühne und Du so dicht vor mir. Diesen Text habe ich mitgesungen, Dir ins Ohr geflüstert. Du hast Dich umgedreht und mich geküsst.

Schlussakkord, Jubel, Pfiffe. Dann bricht die Verbindung ab, ich bin wieder am Straßenrand. Wie paralysiert stehe ich da und verpasse das Grün der Ampel. Ich steige vom Rad und schiebe ein bisschen, hänge Dir nach mit meinen Gedanken, wie so oft in diesen Tagen und Wochen. Sofort ist es wieder da, dieses Loch, dieses Gedankenkarrussell. Ich gehe noch ein paar Schritte, dann fahr ich weiter.
Als ich gerade zu Hause bin, schellt das Handy wieder. Und wieder ist es Gisbert, der singt. “Und jetzt schau nicht so geqäult, das sieht scheiße aus.” So kann mans auch sehen. Danke, Dani. Danke, Tobi!

Twitter-Fundstücke XXIII

stijlroyal “ich wär gerne Ire.” “Irre? “Ire!” “Meine?”

luzilla lass’ mich. (nicht allein.)

Judetta wenn ihr mein ladekabel wärt, wo wärt ihr gerade?

Euphoriefetzen ach kaiser’s, woher soll ich denn wissen, dass der aufenthalt in den tiefkühltruhen nicht gestattet ist.

UteWeber “Darf man die 30 Grad-Wäsche bei 40 Grad auf die Leine hängen?”

diktator Mein Lied des Tages: “Like ICE in the sunshine”.

n303n “Im Schlafsack fummeln” vs. “im Schlaf Sackfummeln”.

trashfamous Es gibt keine schlechten Gemütszustände, lediglich schlecht gewählte Medikation.

luzilla wenn wenigstens ein monster unter meinem bett wohnen würde. wir könnten uns in schlaflosen nächten geschichten erzählen.

JoSilberstein Gefühltes, das ausgelagert ist in Welten, die nicht sind.

meterhochzwei Heute Nacht vom Büro geträumt. Weitere 6 Überstunden notiert.

AdamsAlexander Lasse die Kühlschranktür offen. Vielleicht bildet sich zwischen ihr und der Warmluftfront am Herd ein Tornado, der die Küche fegt.

schlenzalot Ist recht kalt im Brotkorb, mein funky Roggenbrot hat sich einen grünen Pelzmantel übergeworfen.

Auf Los

Die Stadt zerfließt. Alles klebt. Die Farben der Häuser verlaufen ineinander, die Luft über dem Asphalt flirrt. Alles wird langsamer. Deutschlandfahnen hängen sich aus den Fenstern, weil es drinnen zu heiß ist. Auch sie bewegen sich nicht. Die Bäume lassen die Äste hängen, Menschen hecheln und schwitzen. Alles ächzt unter den Temperaturen.
Unten am Ufer ist es etwas weniger heiß, der Weg dahin aber quälend weit. Doch mit Dir und dem Sand zwischen den Zehen nach einem Bad im Fluss im Schatten zu liegen, war die letzten Tage Ansporn genug. Das Rascheln der Blätter über einem, das Plätschern der Wellen, eine leichte Brise, die über die Haut fegt, das ist Sommer.
Kommt man zurück in den Lärm der Stadt, knallt man gegen eine Wand aus Hitze. Alles klebt wieder an einem fest. Alle Fenster aufgerissen, doch an Abkühlung ist auch nach Mitternacht nicht zu denken. Feuchtwarm und dunkel liegt die Wohnung da. Der Tisch, an dem wir so oft gesessen haben, ist schemenhaft in der Küche zu erkennen. Ruhe. Nur der Kühlschrank brummt, produziert Eiswürfel am Fließband. Stelle ich mich ein drittes Mal für heute unter die Dusche?
Doch die Hitze klebt nicht nur in der Stadt und an den Menschen, auch die Gedanken fließen zäher als sonst daher. Sie laufen ineinander wie die Farben der Häuser, lassen mich nicht klar sehen. Sie schleppen sich dahin, träge, uninspiriert, humpelnd. Ich komme nicht zum Schluss, drehe mich im Kreis. Am Ende eines Tages stehe ich wieder auf Los. In welche Richtung ging es noch mal?
Und so fällt es mir schwer, diesen Text zu schreiben, die Worte aneinanderzubauen, bis sie zueinander passen. Hier ein Satz weg, da ein neuer hin, ein anderes Wort, da wieder eins ausradiert. Mühsam. Passt das so? Nein, ich hab den Faden verloren. Wo wollte ich hin? Ach ja, egal, ich steh ja auf Los.

Abendspaziergang

Regen. Feiner Regen. Der Himmel lässt mehr vermuten. Schwarzblaue Konturen in den Wolken. Jetzt in der Dämmerung wirken sie noch bedrohlicher. Auch der Wind hat aufgefrischt und die Hitze der letzten Tage fortgeweht. Die Schwüle ist vorbei. Als ich auf die Straße trete, fängt es gerade an zu regnen. Ich ziehe die Kapuze über, mache die Musik leise an und gehe los. Über die Straße, durch den Kreisverkehr, vorbei an parkenden Autos, hektischen Menschen und Hunden, in den Park. Der Wind schiebt den Regen vor mir her. Einmal rund um den See, hier stehen viele Bäume, hier ist es trockener. Der Boden ist noch warm vom Tage, die feuchte Erde riecht gut. Tausende Regentropfen auf der Wasseroberfläche, dazwischen eine Ente mit ihren Jungen. Der Springbrunnen wirkt fehl am Platze mit seiner Fontäne. Wird es da hinten nicht heller? Ein Fetzen Hoffnung? Ich schalte die Musik aus und lausche den Tropfen, die gegen meine Kapuze trommeln. Als ob ich in einem Zelt liege. Ein Lächeln huscht mir übers Gesicht, dann drehe mich um und gehe nach Hause. Als ich den Schlüssel ins Schloss stecke, hört es gerade auf zu regnen.

Twitter-Fundstücke XXII

muserine “Ich glaube, es ist Liebe! Könnte aber auch nur Appetit sein, Du riechst ein bisschen angebraten…”

Anousch In zwei Monaten gibts endlich wieder Lebkuchen.

Judetta am liebsten wär ich faulancer.

peterglaser Wir wollen nicht spalten – wir wollen versöhnen, vertöchtern, veronkeln, vertanten, verneffen und vernichten

muserine Sonnenschutzfucktor Büro.

Sturmfels “Ui, Mama. Sind das Kekse?” “Pandora, lass die Büchse zu! Pandora!”

bangpowwww “Wieso gehst du nie ran?” “Ich koche Milch auf!” “Zwei Monate lang?” “Oh Sekunde, die Milch kocht. Ich ruf zurück!”

meterhochzwei Täglich kauft jemand irgendwo eine Colaflasche, die irgendein Depp vorher geschüttelt und zurück ins Regal gestellt hat. Heute war ich das.

fleischrolf Leichter salat mit möhren, paprika und frischen schoten, darüber zwei geriebene sahnetorten.

fitness_oli Mit gebrochenen Flügeln vermagst Du – wenn Du alle Kräfte mobilisierst – zu fliegen. Am Boden hält Dich allein ein gebrochenes Herz.

TrauBunt Vorhin am Fluss war der Fluss in mir und die Wiese. Aber jetzt ist wieder der Tisch in mir mit den zwei Stühlen, von denen einer leer ist.

HX5-Fotos

Mit eingebauter HDRI-Funktion


Meine neue HX5 macht recht ordentliche Bilder. Aber bisher ist außer rumknipsen noch nichts gewesen.

Besonders schön ist der 10-fach-Zoom von 25 bis 250 mm Brennweite. Die beiden Bilder sind von ein und derselben Stelle aufgenommen.

25 mm Brennweite


250 mm Brennweite


2 Bilder mehr gibts in der dazugehörigen Galerie.