The Notwist – Close To The Glass

Geschrieben am 24. Februar 2014

The-Notwist-Close-To-The-Glass-608x608Endlich. Aber auch ein bisschen unerwartet. Aber auf einmal war sie da, die Ankündigung. Irgendwann im November 2013. Und die Singleauskopplung „Close To The Glass“. Sperrig. So richtig wusste ich nicht was damit anzufangen. Aber trotzdem freute ich mich wie Bolle – begleiten mich The Notwist doch schon seit 12 Jahren, seit dem legendären „Neon Golden“, und ähnlich wie Radiohead sind sie nie in meiner Versenkung verschwunden wie so viele andere Bands, sondern ich höre sie regelmäßig.
Ende Januar kam als weitere Single „Kong“ dazu und zeigte, dass das neue Album eine sehr große Bandbreite haben würde. Und so kam es dann auch.
Seit letzten Freitag ist es zu haben. Und seitdem höre ich es. Rauf und runter. Und was soll ich sagen? Ein bisschen bin ich enttäuscht, weil das Album exakt meine Erwartungen trifft. Es sind großartige Songs, jeder für sich genommen, die insgesamt ein „Mixtape“ (ZEIT online) aus den verschiedenen Epochen der Band ergeben. Genau das finde ich schade, weil ich keinen wirklichen Zugang zum Gesamtkonzept finde. Und zugleich ist es großartig, denn jeder Song ist ein Juwel, den man sehr genau in seine Zeit einordnen kann. Es erscheint wie eine Review durch 25 Jahren Bandgeschichte.
Was mich ein bisschen frustriert an der Sterilität der Platte, ist der Vergleich mit den Live-Versionen. The Notwist haben im Januar ein Konzert in Paris gegeben, welches auf ARTE übertragen wurde und nach wie vor online abrufbar ist. An dem Abend haben sie schon sehr viele Stücke von „Close To The Glass“ gespielt, die ich mir immer und immer wieder angehört habe. Und was soll ich sagen? Live sind The Notwist halt noch eine Spur besser. Na klar, live hat man ganz andere Möglichkeiten, die Stücke zu arrangieren, ineinander zu verweben. Aber es fehlt auch diese Klarheit des Studios, alles ist ein bisschen verwaschener. Eben das macht die Songs noch lebendiger. Was ich mir also wünsche als Nächstes: ein Live-Album! Aber am 20.03. spielen sie ja in Köln!
„Close To The Glass“ aber ist trotz alles aufgeführten Kritik ein Meilenstein, „ein Ereignis“ (Musikexpress). Es wird schwierig werden für andere Platten, dieses Jahr noch was Besseres für meine Ohren abzuliefern.