Canon EOS 70D vs. Fujifilm XT-1

Geschrieben am 10. Januar 2015

Mir wurde ja in Kambodscha meine Kamera geklaut, jetzt musste natürlich eine neue her. Für die Reise hatte ich meine Canon EOS 60D mitgenommen, da war es naheliegend, mir den Nachfolger, die 70D, zu kaufen. Aber nach so einem Cut wäre vielleicht auch ein Neuanfang mit einem anderen System denkbar. Und mittlerweile schneiden in Tests die spiegellosen Systemkameras immer besser ab. Also hab ich mir alternativ auch noch die hochgelobte Fujifilm XT-1 angeschaut.

Die Systemkameras haben keinen Spiegel mehr, aber trotzdem einen APS-C-Sensor oder ähnliches verbaut, was die Fotos eine Qualität erreichen lässt, die sich hinter dem Vollformat nicht verstecken muss – schreiben zumindest die Testberichte, die ich gelesen habe. Ein weiterer Vorteil der spiegellosen Bauart ist, dass die Kameras leichter sind, was für mich und meine Reisen ein wesentlicher Vorteil wäre. Leider ist die Auswahl an Objektiven noch sehr übersichtlich, aber ich habe eh meistens nur ein Objektiv drauf. Bei meiner Canon war es das EF-S 15-85mm (also 24-136mm), so was gibt es leider für die Fuji XT-1 noch nicht. Ein großer Nachteil der Spiegellosen ist aber, dass der digitale Sucher immens Strom braucht. Also habe ich mir im Fotoladen die XT-1 mit Batteriegriff zeigen lassen, darin gibt es Platz für 2 Akkus und man hängt nicht ständig am Strom. Siehe da, das Gewichtsargument war dahin. Beide Kameras waren etwa gleich schwer. Als ich dann durch den Sucher der XT-1 das elektronische Display gesehen habe, war der Ofen aus. Mit 2,36 Millionen Bildpunkten ist er zwar einer der besten seiner Klasse, aber ich hatte doch mehr Qualität erwartet. Ich dachte in den ersten Sekunden, ich gucke auf mein erstes Handy mit Farbdisplay. Bewegt man die Kamera, zieht der Monitor nach – zwar ist er einer der schnellsten auf dem Markt, aber man sieht es halt. Es ist ein völlig anderes Gefühl, wenn man 8 Jahre durch einen optischen Sucher geguckt hat. Das Display regelt die Helligkeit stufenweise, das Bild ruckelt sich von hell nach dunkel und umgekehrt. Dazu das dünne Gehäuse, was nur durch den Batteriegriff einigermaßen akzeptabel in der Hand lag… Ein Gesamteindruck, der den vielen sich überschlagenden Testberichten nicht gerecht wird.

Nach nur einer Minute mit der XT-1 in der Hand war die Entscheidung gefallen. Mag sein, dass sie die tollsten Bilder macht, aber so macht das für mich keinen Spaß. Also habe ich mich für die EOS 70D entschieden. Da weiß ich, was ich habe. Sie ähnelt äußerlich der 60D, ich kenne die Funktionen, kann sie meist blind bedienen. Dann wiegt sie halt ein bisschen mehr. Außerdem soll sie ja eh die eierlegende Wollmilch-DSLR und dominiert die Test-Rankings. Ich warte jetzt noch auf das 15-85mm-Objektiv, was noch bestellt werden musste – und dann gehts raus!