Die dunklen Machenschaften des WWF

Gestern Abend zur besten Sendezeit Nacht lief mal wieder eine herausragende Doku im Ersten: Der Pakt mit dem Panda.

Sie zeigt auf, wie sehr die angebliche Umweltschutzorganisation WWF mit seinem hohem Ansehen Firmen wie Monsanto oder dem Palmöl-Produzenten Wilma zu einem “grünen” Ansehen verhilft. Und nicht nur das, der WWF mischt selbst kräftig mit.
Glaubt man der Doku, so hat der WWF zum Beispiel Urwälder als “minderwertig” eingestuft und kartografiert nun das Land, aus dem Urvölker vertrieben werden sollen, damit Palmöl für europäischen Biodiesel angebaut werden kann.
Oder es wird ganz offen für den Einsatz von Gentechnik Werbung gemacht. Nicht nur über Gen-Weizen und -Soja, man müsse auch über Gen-Früchte aller Art nachdenken.
Der WWF verkauft es zum Beispiel auch als Erfolg, dass 0,5% eines Regenwaldes nicht gerodet wurden, inmitten einer riesigen Palmöl-Plantage. Die 2 verbliebenen Orang-Utans werden in der viel zu kleinen “Waldinsel” wahrscheinlich verhungern.

Das und noch viel mehr zum Haareraufen und Kopfschütteln kann man sich zum Glück noch in der mediathek der ARD ansehen.

Schade nur, dass solche Dokus (über die selbst Spiegel Online berichtet) mit schöner Regelmäßigkeit nur im Nachtprogramm ausgestrahlt werden. Die hätte nen Sendeplatz um 20:15 Uhr verdient!

Scheiß auf deine Ex

Mona, Manu, Maja, Bine,
Sarah , Rachel, Ruth, Regine,
Heike, Meike, Eva, Anne,
Miriam, Marion, Marianne.

Ulla, Hella, Helena,
Anna , Aischa, Anika ,
Inga, Ingrid, Isa, Chris,
Lena, Laura, Lisa, Liz.

Hinter jedem dieser Namen
stehen Tausende von Damen.
Und die alle brauchen Sex,
Junge, scheiß auf deine Ex.

Bea, Barbara, Beate,
Carmen, Claudia , Renate,
Stefanie , Sabine, Sabrina,
Ina, Nina, Gina, Tina.

Hinter jedem dieser Namen
stehen Tausende von Damen.
Und die alle brauchen Sex,
Junge, scheiß auf deine Ex.

Katja , Nadja , Nana, Nane,
Kerstin, Kirsten , Kim, Christiane,
Katharina , Catherine ✓,
Kiki, Coco, Caroline.

Hinter jedem dieser Namen
stehen Tausende von Damen.
Und die alle brauchen Sex,
Junge, scheiß auf deine Ex.

(Joint Venture: “Scheiß auf deine Ex”)

Oh how I miss you

Friska Viljor – Useless

Oh how I miss you
Lover of mine
Oh how I want you
To the end of my line

Your eyes are clear
And your mouth is near
Is that your heart I hear
There’s so much to fear

Oh you don’t want me
Boring am I
It’s so, it’s so empty
In this bed where I lie

Your eyes are clear
And your mouth is near
Is that your heart I hear
There’s so much to fear

Oh how I miss you
Lover of mine
It’s so, it’s so empty
In this bed where I lie

Your eyes are clear
And your mouth is near
Is that your heart I hear
There’s so much to fear

Suchmaschinenoptimierung

Da hat sich Katja R. sehr bemüht – und verbreitet jetzt leider falsche Informationen.

Aber der Reihe nach:

Anfang letzter Woche bekam ich eine Mail mit dem Betreff “Artikelempfehlung für Ihren Blog” von einer Katja R., die für eine Webseite mit “technischen Fakten” schreibt. Sonst bekomme ich eher spärliche Empfehlungen, doch mal Werbung für Reisen oder so was auf meinem Blog zu schalten.
In dieser Mail aber forderte Katja R. mich auf, einen Artikel über die bevorstehende Schließung des Videoportals “Google Videos” zu schreiben. Hä?

Da war doch was: Google wollte im Jahre 2005 Youtube Konkurrenz machen und hat ein Videoportal eröffnet, eben Google Videos, nur um dann ein Jahr später Youtube selbst zu übernehmen. Seitdem dümpelte Google Videos so vor sich hin, bis der Konzern jetzt verkündete, das Portal schließen zu wollen. Alle User, die Videos auf Google Videos hochgeladen hatten, wurden per Mail von Google über diesen Schritt benachrichtigt. Aber Katja R. sorgte sich:

Die E-Mail werden nur die wenigsten erhalten haben. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, einen Artikel über die baldige Schließung des Videoportals zu verfassen. [...] Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie einen Blick auf diesen werfen können: [Link entfernt]

Ich verstehe nicht, warum nur die wenigsten diese Mail erhalten haben sollen.
Und ich kann die Sorge von Katja R. nicht nachvollziehen, warum ich und andere Blogger helfen sollten, diese “News” zu verbreiten:

Bei der Schließung werden sicherlich zahlreiche Videos, die für die Uploader persönlichen Charakter haben, unbemerkt gelöscht. Wir möchten daher im Vorfeld dabei helfen, dass sich möglichst viele Nutzer über die unwiederbringliche Löschung der Videos bewusst sind und gegebenenfalls noch rechtzeitig eingreifen können.

Vielleicht haben Sie bei Gelegenheit die Möglichkeit, auf die Schließung des Videoportals aufmerksam zu machen. Sie können uns helfen, indem Sie die Thematik selbst in Ihrem Blog aufgreifen oder Ihre Freunde und Bekannte per Facebook, Twitter oder mit einem anderen Dienst darauf hinweisen.

Klar, wenn ich ein Video irgendwo hochlade, dann lösch ich es natürlich sofort von meinem PC. Dann wäre es wirklich unwiederbringlich weg, wenn das Portal dicht macht.

Aber woher kommt diese selbstlose Aufopferung? Massenhaft Mails verschicken an alles, was nach Blogger aussieht? Aufklären mit aller Macht, Informationen verbreiten.
Im letzten Satz der Mail kam die Offenbarung:

Über einen Quellenverweis würden wir uns sehr freuen.

Daher weht also der Wind. Frau R. versucht, ihr Blog bekannter zu machen mit einer simplen SEO (Suchmaschinenoptimierung). Wenn nur genügend andere Seiten auf ihren Artikel verlinken, glauben Suchmaschinen, diese Seite sei wichtig und platzieren sie entsprechend höher im Ranking.

Und damit das auch richtig gut wird, schrieb mir Katja R. am Ostermontag (sic!) gleich noch mal mit dem Betreff “Mail erhalten?”. Wieder fast genau der gleiche Text, nur noch dringlicher und pathetischer.

Schon in vier Tagen [...] alle Clips unwiederbringlich gelöscht [...] haben es uns zur Aufgabe gemacht [...] aufzuklären [...] Bitte [...] uns bei der Verbreitung der wichtigen Neuigkeit zu unterstützen.

Und natürlich:

Über einen Quellenverweis würden wir uns sehr freuen.

Und wie es aussieht, hat die Aktion leider auch geklappt. Wenn ich nach “Schließung Google Videos” suche, erscheint der Beitrag an 2. Stelle.

Ich schreibe “leider”, weil sich die Lage dann doch anders darstellt.

Wie letzten Samstag (also 2 Tage vor der 2. Mail von Katja R.) bekannt wurde, verzichtet Google auf unbestimmte Zeit darauf, die Videos zu löschen. Vielmehr hat Google offenbar doch einen Weg gefunden, die auf Google Videos befindlichen Clips allesamt zu Youtube zu migrieren.

Und Katja R.? Ihr Artikel hat immer noch kein Update erfahren, sie lässt ihre Leser weiter im Glauben, dass das Aus kommt. Schade, besonders weil die Seite, für die Katja R. diese Aktion betreibt, sonst ganz interessante “technische Fakten” bereithält und pro Tag 3 und mehr Artikel raushaut. Würde Katja R. die News zu ihrem ach doch so wichtigen Thema mit der gleichen Intensität verfolgen, wie sie versucht, ihre Seite nach oben zu pushen, wäre ihr diese Information bestimmt nicht entgangen.

Mal wieder ein schönes Beispiel für SEO mit der Brechstange – besonders wenn man sogar so winzig kleine Blogger wie mich anschreibt.

The King of Limbs

Endlich! Endlich ist es da!

Nach der Ankündigung im September habe ich zuletzt im November bei Facebook die Meldung gelesen, dass Radiohead an ihrem neuen Album arbeiten und dass es Anfang 2011 erscheinen soll.
Gestern Abend schau ich durch Zufall noch mal kurz bei Facebook rein und was sehe ich?

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Es ist soweit!

Es war die bisher einzige Ankündigung, die die Band gemacht hat, gerade mal 5 Tage vor dem Release.

Denn am kommenden Samstag (19.02.) erscheint “The King of Limbs“, das nunmehr achte Studioalbum von Radiohead.

Zunächst wird es nur als Download (mp3 und wav) erhältlich sein. Anders als beim letzten Album “In Rainbows” (2007) darf man den Preis dieses Mal nicht mehr selbst bestimmen. Für mp3 (320 kbps) bezahlt man 7 Euro, unkomprimiertes wav kostet 11 Euro.
Physikalisch kommt das Album am 9. Mai auf den Markt, als Newspaper-Edition mit einer CD, zwei 10”-Vinyls, einem Downloadlink und jeder Menge Artwork in aufwendiger Packung für 36 bzw 39 Euro. (Wer mir einfach so mal n Geschenk machen möchte…)

Ich hab den Download natürlich sofort vorbestellt. Am Samstag werde ich dann auf die Mail mit dem Link warten – und dann werde ich tanzen! Ich werde es laut aufdrehen, es verschlingen, ich werde lachen und weinen und mich an der Musik erfreuen, die mich wie keine andere in diesem Jahrtausend geprägt hat. Ich bin so gespannt, wie es sein wird, in welche Richtung sich die Band entwickelt hat. Unerträglich.
Und sollten Thom Yorke und Kollegen dann wieder auf Tour gehen, bin ich bereit, noch weiter als bis nach Berlin zu fahren, so wie 2008.

Les-Bar I

Warum nicht zu Beginn des neuen Jahres mal eine neue Rubrik? Immer wieder stoße ich im Netz auf Texte, von denen ich denke, die müssten noch viel mehr Leute lesen. Daher werde ich versuchen, hier wöchtentlich monatlich einigermaßen regelmäßig einige Texte zu verlinken.

Diese Les-Bar-Tipps machen den Anfang:

Der Kindergarten als rechtsfreier Raum
Stefan Niggemeier über die böse Gema und das Kopieren von Notenblättern.

Frau Piel, wir müssen reden
Noch mal Stefan Niggemeier, diesmal über die Idee der WDR-Intendantin und ARD-Vorsitzende Piel, öffentlich-rechtliche Apps kostenpflichtig zu machen.

Wer hat Angst vor Wikileaks?
Mario Sixtus über den politischen Umgang mit der Enthüllungsplattform.

Verrücktes Winter-Mega-Chaos

Schneechaos! Meine Güte. Wenn man die Berichterstattung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen verfolgt, muss man annehmen, dass Deutschland gerade im Chaos versinkt und es uns allen total dreckig geht. Hilfe, es schneit!

Ein ARD-Brennpunkt jagt den nächsten, für heute Abend ist schon wieder einer angekündigt: “Winterchaos lähmt Europa”. Der WDR haut ein “extra” nach dem anderen raus, auch hier Titel wie “Eiskalt im Stau – Stillstand auf unseren Straßen” oder “NRW unter Null – Zwischen Schneechaos und Wintermärchen”.
In der ersten Moderation erzählt der Sprecher was von “chaotischen Verhältnissen” und zählt auf, was bei dem Wetter alles passieren könnte. Es folgen die obligatorischen Schaltgespräche, live zur A 3, zum Düsseldorfer Flughafen, zum Kölner Hauptbahnhof, zum Weihnachtsmarkt in Irgendwo und noch mal zu ner Autobahn. Da hat man sich nicht lumpen lassen und jeden, der sich einigermaßen artikulieren kann, mit nem Ü-Wagen rausgeschickt. Und was sagen diese “Außenreporter”? Alles halb so wild, auf der Autobahn fährt man derzeit mit etwa 100 bis 120 km/h, ja, es läuft, es wurde gestreut. Am Bahnhof? Kein Thema, fast alle Züge pünktlich. Am Flughafen? Ein paar Probleme in der Abwicklung, ein paar Schlangen am Schalter. Und auf dem Weihnachtsmarkt? Hier gibts Glühwein und alle genießen den Schnee. Für den Schluss der Sendung hat ein Kameramann noch ein paar Schlitten fahrende Kinder eingefangen. Das soll also das Chaos sein?! Zur Verabschiedung noch mal der Moderator, besorgte Mine, wieder Wörter wie “Chaos” und “schlimm” und so. Ich frage mich, ob er überhaupt gehört hat, was seine Reporter gesagt haben.

Bei der ARD macht man sich gar nicht erst die Mühe, jemanden irgendwo hinzuschicken. Im Brennpunkt nimmt man einfach die Beiträge, die 10 Minuten vorher schon in der Tagesschau gelaufen sind (oder die von älteren Sendungen am Nachmittag), hängt ein paar Bilder mehr dran und wiederholt einfach ein paar leere Phrasen. Die Korrespondenten leiern zum 2. Mal innerhalb von 15 Minuten ihre Geschichte runter, man sieht zum 4. Mal an diesem Tag den O-Ton von der armen Frau, die vor 2 Tagen schon nach London fliegen wollte und sich wegen des Schnees ins teure Hotel am Flughafen einquartieren musste.

Klar, der Winter hat Europa fest im Griff, und tatsächlich leidet der Flug- und Bahnverkehr darunter, Passagiere sitzen fest, es passieren durch Schnee und Glatteis mehr Unfälle und witterungsbedingt fällt ein Fußballspiel aus und bleibt eine Schule geschlossen.

Aber diesen Hype der Fernsehsender, bei den ersten Flocken die Hysterie-Maschine anzuwerfen und uns ab dem Zeitpunkt eine Sondersendung nach der anderen um die Ohren zu hauen, den kann ich schon lange nicht mehr nachvollziehen. Man kommt langsam aber sicher zu der Erkenntnis, dass man nur noch mit Schnee Quote machen kann. Alle anderen Nachrichten haben keinen Wert mehr. Aber wenn der Schnee dann weg ist, sich der Verkehr und das Leben wieder normalisiert haben, was passiert dann? Keine Meldung, nix.

In den skandinavischen Ländern, in Österreich und der Schweiz fragt man sich auch, was zum Henker hier los ist, warum wir uns nicht mal ordentlich auf den Winter vorbereiten können. Die Stadt Köln z.B. hat seit Mitte letzter Woche schon kein Streusalz mehr. Seit den Schneefällen von Freitag und Sonntag wurde daher keine einzige Straße mehr geräumt. Ein Stadtsprecher redet vom “Ausnahmezustand auf den Kölner Straßen”. Tja, dumm gelaufen.

Nach einem Jahrzehnt ohne wirklich harten Winter kommt nun langsam der Schnee zurück. Ja, und? Vorhin las ich einen schönen Kommentar bei tagesschau.de: “Vielleicht hätte man [beim Fernsehen] nicht so viele Leute feuern sollen, die den Winter noch kannten.”

Also bitte, lieber Programmverantwortliche des Öffentlich-Rechtlichen: Es ist Winter. Im Winter schneit es für gewöhnlich. Also schaltet bitte mal nen Gang zurück! Danke.
Wenn ich was von “Chaos”, “Panik” und “verrücktes Wetter” lesen will, kann ich immer noch auf Bild, Express und die Privatsender zurückgreifen…