Own Your Ghost

Ich glaubs nicht. Ich glaubs einfach nicht! Die Weilheimer Indie-Soundtüftler von The Notwist haben sich tatsächlich noch einmal mit der US-HipHop-Band Themselves zusammengetan. Am 13.05. wird ihr 2. Album “Own Your Ghost” erscheinen.

Vor 7 Jahren haben sich die beiden Bands dank einer Buspanne in Kanada kennengelernt und ein Jahr später unter dem Namen “13&God” ein gemeinsames Album rausgebracht, dessen Sound ich nie wieder irgendwo anders gehört habe. Experimentell, unangepasst, verstörend und doch so harmonisch. Ich war geflasht, besonders von Adam Druckers Stimme, die so super zu den Sounds von The Notwist passt.

Eine einmalige Kollaboration, ein einmaliges Album – so dachte ich bis gestern noch. Doch es wird nicht nur ein neues Album geben, 13&God kommen sogar auf Tour – und nach Köln. Am 17.05. im Gebäude 9. Genial!!

Als Vorgeschmack gibt es den Track “Old Age” zum Download, der sich allerdings anhört wie eine “herkömmliche” The-Notwist-Single.

Aber ich hab noch einen anderen Song gefunden, “Armored Scarves”, der schon besser ins Bild von 13&God passt:

Und als Schmankerl noch ein kurzes Video ausm Proberaum:

13 & God – “Armored Scarves” Preview from anticon. on Vimeo.

Ausgepowert

Der Ball ist lange in der Luft, sauber, ohne viel Rotation, er fliegt parallel zum Netz. Ich nehme mir Zeit, antizipiere, laufe an, hole Schwung mit den Armen, reiße sie nach oben während ich abspringe. Körperspannung. Das Timing ist perfekt, ich treffe den Ball am höchsten Punkt meines Sprungs, diagonal am Block vorbei schlägt er vor den Füßen des Verteidigers ein. 13 zu 12 für uns. Das gelang mir gestern nur ein Mal. Trotzdem hatte ich sehr viel Spaß beim Spiel 3 gegen 2.

Am Telefon sagte man mir, ich könne gerne kommen, es seien heute aber nur 4 Leute beim Training da. Und auch sonst herrsche in der Hobbytruppe Personalmangel, daher die Anzeige, auf die ich mich gemeldet hatte.

Seit 4 Jahren habe ich keinen Volleyball mehr angefasst, entsprechend groß waren meine Zweifel. Kann ich das noch? Werde ich überhaupt was zustande bringen? Bin ich nicht schon nach 5 Minuten so K.O., dass ich mich in die Ecke setzen und zugucken muss?

Was dann kam, hat mir schnell die Angst genommen. Keine Übermenschen, keine Ultra-Cracks, die die Bälle 3-Meter-Raum-Decke schlagen, sondern etwa mein Spielniveau. Eine sehr nette Truppe ohne Trainer und Liga, daher ist nur Spielen angesagt. Und das hat verdammt viel Spaß gemacht. Ich habe schnell wieder ein Gefühl für den Ball bekommen, habe mir keine groben Schnitzer erlaubt. Zu meinem großen Erstaunen gingen mir die Angaben am besten von der Hand, mit Variationen wie früher, kurz, lang, geflattert, in die Ecken, alles war noch da. Die größten Probleme hatte ich in der Annahme, die niedrige Deckenhöhe tat ihren Teil dazu. Meine Kondition aber hat mir Angst gemacht. Schon beim Einspielen war ich platt, alles brannte. Ich hatte gehofft, ich würde in der Dreiergruppe spielen können. Aber nein, gleich rein ins Zweierteam. Also noch mehr rennen. Während des Spiels aber ging es aber erstaunlich gut.

Am Ende aber zitterten mir die Beine, die Schulter schmerzte und die aufgeschürften Knie brannten (wo sind nur meine Schoner?!). Heute kann ich kaum Treppen steigen, die Unterarme werden bestimmt noch blau vom harten Ball. Fahrradfahren ist erst mal nicht drin.

Trotzdem fühle ich mich unendlich gut. Endlich mal wieder auf den Ball gedroschen, gesprintet, gesprungen, geblockt, gejubelt, abgeklatscht. Das hab ich vermisst! Nächste Woche bin ich wieder dabei!

pixlr Editor

Gerade drüben bei Nils entdeckt: Der “Photo Editor Online” von pixlr.com.

Wenn man Fotos nachbearbeiten möchte, mit Filtern rumspielen, Fotos verkleinern will oder auch nur Ausschnitte wählen möchte, kam man bisher fast nicht um ein Programm wie Gimp oder Photoshop herum. Seit einiger Zeit aber gibt es immer mehr Online-Editoren für Fotos. Der, den Nils jetzt entdeckt hat, gefällt mir besonders gut. Einfach zu handhaben und sehr übersichtlich, sodass auch unerfahrene User damit umgehen können. Und die Resultate können sich sehen lassen.

Ein Farbeffekt:


Ein HDR aus einer einzigen Bilddatei:


Verrücktes Winter-Mega-Chaos

Schneechaos! Meine Güte. Wenn man die Berichterstattung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen verfolgt, muss man annehmen, dass Deutschland gerade im Chaos versinkt und es uns allen total dreckig geht. Hilfe, es schneit!

Ein ARD-Brennpunkt jagt den nächsten, für heute Abend ist schon wieder einer angekündigt: “Winterchaos lähmt Europa”. Der WDR haut ein “extra” nach dem anderen raus, auch hier Titel wie “Eiskalt im Stau – Stillstand auf unseren Straßen” oder “NRW unter Null – Zwischen Schneechaos und Wintermärchen”.
In der ersten Moderation erzählt der Sprecher was von “chaotischen Verhältnissen” und zählt auf, was bei dem Wetter alles passieren könnte. Es folgen die obligatorischen Schaltgespräche, live zur A 3, zum Düsseldorfer Flughafen, zum Kölner Hauptbahnhof, zum Weihnachtsmarkt in Irgendwo und noch mal zu ner Autobahn. Da hat man sich nicht lumpen lassen und jeden, der sich einigermaßen artikulieren kann, mit nem Ü-Wagen rausgeschickt. Und was sagen diese “Außenreporter”? Alles halb so wild, auf der Autobahn fährt man derzeit mit etwa 100 bis 120 km/h, ja, es läuft, es wurde gestreut. Am Bahnhof? Kein Thema, fast alle Züge pünktlich. Am Flughafen? Ein paar Probleme in der Abwicklung, ein paar Schlangen am Schalter. Und auf dem Weihnachtsmarkt? Hier gibts Glühwein und alle genießen den Schnee. Für den Schluss der Sendung hat ein Kameramann noch ein paar Schlitten fahrende Kinder eingefangen. Das soll also das Chaos sein?! Zur Verabschiedung noch mal der Moderator, besorgte Mine, wieder Wörter wie “Chaos” und “schlimm” und so. Ich frage mich, ob er überhaupt gehört hat, was seine Reporter gesagt haben.

Bei der ARD macht man sich gar nicht erst die Mühe, jemanden irgendwo hinzuschicken. Im Brennpunkt nimmt man einfach die Beiträge, die 10 Minuten vorher schon in der Tagesschau gelaufen sind (oder die von älteren Sendungen am Nachmittag), hängt ein paar Bilder mehr dran und wiederholt einfach ein paar leere Phrasen. Die Korrespondenten leiern zum 2. Mal innerhalb von 15 Minuten ihre Geschichte runter, man sieht zum 4. Mal an diesem Tag den O-Ton von der armen Frau, die vor 2 Tagen schon nach London fliegen wollte und sich wegen des Schnees ins teure Hotel am Flughafen einquartieren musste.

Klar, der Winter hat Europa fest im Griff, und tatsächlich leidet der Flug- und Bahnverkehr darunter, Passagiere sitzen fest, es passieren durch Schnee und Glatteis mehr Unfälle und witterungsbedingt fällt ein Fußballspiel aus und bleibt eine Schule geschlossen.

Aber diesen Hype der Fernsehsender, bei den ersten Flocken die Hysterie-Maschine anzuwerfen und uns ab dem Zeitpunkt eine Sondersendung nach der anderen um die Ohren zu hauen, den kann ich schon lange nicht mehr nachvollziehen. Man kommt langsam aber sicher zu der Erkenntnis, dass man nur noch mit Schnee Quote machen kann. Alle anderen Nachrichten haben keinen Wert mehr. Aber wenn der Schnee dann weg ist, sich der Verkehr und das Leben wieder normalisiert haben, was passiert dann? Keine Meldung, nix.

In den skandinavischen Ländern, in Österreich und der Schweiz fragt man sich auch, was zum Henker hier los ist, warum wir uns nicht mal ordentlich auf den Winter vorbereiten können. Die Stadt Köln z.B. hat seit Mitte letzter Woche schon kein Streusalz mehr. Seit den Schneefällen von Freitag und Sonntag wurde daher keine einzige Straße mehr geräumt. Ein Stadtsprecher redet vom “Ausnahmezustand auf den Kölner Straßen”. Tja, dumm gelaufen.

Nach einem Jahrzehnt ohne wirklich harten Winter kommt nun langsam der Schnee zurück. Ja, und? Vorhin las ich einen schönen Kommentar bei tagesschau.de: “Vielleicht hätte man [beim Fernsehen] nicht so viele Leute feuern sollen, die den Winter noch kannten.”

Also bitte, lieber Programmverantwortliche des Öffentlich-Rechtlichen: Es ist Winter. Im Winter schneit es für gewöhnlich. Also schaltet bitte mal nen Gang zurück! Danke.
Wenn ich was von “Chaos”, “Panik” und “verrücktes Wetter” lesen will, kann ich immer noch auf Bild, Express und die Privatsender zurückgreifen…