2011 – Ein Rückblick

Januar. Der Schnee aus dem Dezember ist geschmolzen, es gibt ein imposantes Hochwasser. Es ist Dunkel und kalt. Wir kuscheln uns eng zusammen.

Februar. Ein Kurztrip nach Mainz und Wiesbaden. Ein Spaziergang auf der Autobahn. Moddi spielt sich mit dem Konzert des Jahres in unsere Herzen.

März. Ich fange an, wieder Volleyball zu spielen. Warme Wochenenden lassen uns am Rhein und im Park liegen. Von ihrem Kopfkino bekomme ich nichts mit.

April. Meine Schwester wird Kölnerin. Der Sommer ist da, wir liegen immer öfter mit kurzen Hosen im Park. Die Küsse werden kühler und weniger.

Mai. Es knackt, danach gibt es kein “Wir” mehr. Ich helfe eine Wohnung streichen, fahre ans Meer, gehe Trommeln.

Juni. Ein Roadtrip nach Baden-Baden. Ich lerne einen neuen guten Freund kennen und höre nach über 15 Jahren auf zu rauchen.

Juli. Drei Tage Traumzeitfestival zwischen Hochöfen und gigantischen Hallen. Wir führen ein letztes Telefonat. Ich kaufe mir ein Rennrad, liege im Park und freue mich auf meinen Urlaub.

August. Der Sommer ist vorbei und ich habe Urlaub. Endlich. Aber statt an den Atlantik fahre ich zuerst nach Rees, aufs Haldern Pop. Danach in die Schweiz und dann nach Konstanz an den Bodensee. Mit Freunden ausspannen, die Seele baumeln lassen, auf andere Gedanken kommen.

September. Ich stolper auf einer Party über Vergangenes und verpiss mich. “Mampfn und Saufn” wird kurz ins Leben gerufen. Ich fange bei einem weiteren Team an, Volleyball zu spielen. Ich gönne mir eine neue Brille. Es wird herbstlicher, wir gehen im Wald spazieren. Seit 3 Monaten bin ich Nichtraucher.

Oktober. Ich besuche Antwerpen und fünf Konzerte. Der Herbst zeigt sich von seiner schönsten Seite. Ich mache Bandfotos.

November. Ich bin auf 5 weiteren Konzerten und genieße das aufziehende Grau des Winters. Weggehen, feiern und Nächte durchmachen heißt das Motto. Ich bastel mir ein neues Gewand für mein Blog.

Dezember. Ich verlege meine Geburtstagsparty in den Sommer und gehe stattdessen in die Therme. Seit sechs Monaten rauche ich schon nicht mehr. Auf einmal steht sie da. Weihnachten kann kommen. Ich freue mich aufs nächste Jahr – und auf das Wiedersehen.

Les-Bar VI

Lang ists her. Hier mal wieder ein paar neue Netzlesetipps:

Facebook löscht nicht zuverlässig
Ein Wiener Student will sehen, welche Daten er in drei Jahren bei Facebook hinterlassen hat. Das Ergebnis: 1.200 DIN-A4-Seiten und einige unangenehme Überraschungen.

Siegfried Kauder und der Große Bär
Sascha Lobo über das Urheberrecht und den Vorsitzenden des Rechtsausschusses Kauder

Das wahre Leben im Netz
Stefan Niggemeier mit einer Analyse der Cybergesellschaft.

Dann noch ein Erklärvideo: Der Staatstrojaner in dreieinhalb Minuten (via netzpolitik.org)

Und zum Schluss noch ein Linktipp für Nachrichten aus Köln: http://www.elfnachelf.de/
Und für Nachrichten aus der Südstadt im Speziellen: http://www.meinesüdstadt.de/

Schneller als der Tod

bazell

“Die Welt” hat schon irgendwie recht, wenn sie schreibt, Josh Bazell sei besser als Koks, weil er schneller süchtig mache. Ich hab den Krimi den Thriller den Roman das Buch in sehr kurzer Zeit durchgehabt und mich dabei sehr unterhalten gefühlt. Auf dem Einband steht zwar Roman, aber irgendwie passt es in kein Genre.

Pietro Brnwa (sprich: Brauna) ist Assistenzarzt und erzählt während einer absolut skurrilen Schicht in einem berüchtigten Krankenhaus in Manhattan von seiner Vergangenheit als Mafia-Killer. Als dann ein alter “Mobster”-Kollege mit Krebs in dem Krankenhaus auftaucht, um sich einer OP zu unterziehen und ihn erkennt, droht sein neues Leben als Dr. Peter Brown aufzufliegen.

Es geht rasant her. Bazell gönnt dem Leser keine Atempause, hetzt von einer Situation in die nächste. Immerzu passiert etwas. Und langsam setzt sich aus den Rückblicken das ganze Bild von Pietro Brwna und seiner düsteren Vergangenheit zusammen. Bazell schreibt, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, bitterböse und explizit. Nicht nur über das Töten und den Sex, sondern auch über den Krankenhausalltag. Jeder bekommt sein Fett weg, von den Patienten über die Schwestern bis zum Oberarzt. Irre komisch und bestürzend zugleich. Man kommt sich vor wie in einem Tarantino-Film (Sollte das Buch verfilmt werden, kann nur er die Regie führen!). Besonders die kleinen Fußnoten, in denen Bazell immer wieder Kommentare zu seinen eigenen Erzählungen abgibt, so als würde er das Buch eines anderen lesen, sind hervorragend. Die Warnung am Ende des Buches (“Alles ist frei erfunden. Etwas anderes anzunehmen, besonders im Hinblick auf die medizinischen Informationen, wäre eine ganz schlechte Idee.”) ist unbedingt ernst zu nehmen, erzählt Bazell doch von Krankheiten, von denen ich noch nie was gehört habe, die aber wie auch alles andere in dem Buch absolut authentisch daherkommen.

Ich könnte noch eine Menge Adjektive mehr aufzählen: absolut komisch, sehr intelligent, genial,… Nicht umsonst ist Josh Bazell mit dem deutschen Krimipreis 2011 ausgezeichnet worden. Meine Empfehlung: Unbedingt lesen!

Les-Bar V

Den Schein des Anstandes wahren
“Ich bin heute erst einmal hier, um zu sagen: Ich freue mich darüber, dass es gelungen ist, bin Laden zu töten.” Bundeskanzlerin Angela Merkel

Die Anti-Terror-Lüge
Die sog. „Anti-Terror-Gesetze“ werden für alles Mögliche benutzt, selten aber zur Bekämpfung von Terroristen.

Jugendproteste in Spanien – Yes, we camp
Digitale Empörung, analoger Widerstand: Wie sich die Jugend in Spanien gegen das politische System formiert.

Mit sofortiger Wirkung geschlossen
Else Buschheuer über Selbstdarstellung im Netz

Les-Bar IV

Leider ist die letzte Les-Bar schon zwei Monate her, daher hier auch ein paar “ältere” Artikel:

Cem Özdemir: Warum wir einen öffentlich-rechtlichen Jugendsender brauchen.

Die Mythen der Atomlobby
Die Atomkatastrophe in Japan hat die Debatte über das Für und Wider der Atomkraft neu entfacht. Die Argumente, die dabei ausgetauscht werden, sind nicht immer redlich.

Freiwillige Tor!
Die Bundeswehr benutzt den Fußball, um Schüler für den Dienst an der Waffe anzuwerben. 240.000 Euro gibt das Militär pro Jahr dafür aus. Was sagt uns das?

ZDF: Mit diesen Zwei twittert man besser
Unter @ZDFonline und @ZDFneo twittert gar nicht das ZDF, sondern 2 Jungs aus Baden Württemberg.

Auf die Fresse!
Frédéric Valin macht sich Gedanken über unsere Gesellschaft, die den Kopf darüber schüttelt, dass der U-Bahn-Schläger von Berlin aus der Haft “entlassen” wird.

Les-Bar III

Das Denken und die Digitalisierung
Mercedes Bunz in einem langen, aber überaus lesenswerten Artikel über die Herausforderungen der “digitalen Revolution”.

Auf Kaffeefahrt – ein Erlebnisbericht
Thomas Poppe hat “undercover” eine Kaffeefahrt mitgemacht und erzählt wirklich Erschreckendes über die Methoden der Veranstalter.

Gestern Kasper, heute Guttenberg
Die taz über den bisherigen Umgang mit Schummeldissertationen in der Union.

Was Vorratsdaten über uns verraten
Der Grünen-Politiker Malte Spitz hat die Telekom auf Herausgabe der über ihn gespeicherten Voratsdaten verklagt, gewonnen und daraus ein Bewegungsprofil über 6 Monate erstellen lassen.

Les-Bar II

(Sehr nerdig diesmal.)

Jetzt mit modernster Technologie gezielt an mir vorbei werben!
Johnny Haeusler fragt sich auf Spreeblick, warum wir ach so gläserne Internetnutzer so schlechte “gezielte Werbung” zu sehen bekommen.

Der Pagerank für Menschen
Peter Sennhauser über das nächste große Ding im Netz! Ich teile seine Ansicht. Darauf wirds hinauslaufen.

IPcalypse now
Sascha Lobo über die Panikmache, dass es Anfang Februar keine neue IPv4-Adressen mehr geben und deswegen das Internet zusammenbrechen wird.

Mapcrunch.
Random Google Street View around the world. Nicht lesbar, aber guckbar.

Les-Bar I

Warum nicht zu Beginn des neuen Jahres mal eine neue Rubrik? Immer wieder stoße ich im Netz auf Texte, von denen ich denke, die müssten noch viel mehr Leute lesen. Daher werde ich versuchen, hier wöchtentlich monatlich einigermaßen regelmäßig einige Texte zu verlinken.

Diese Les-Bar-Tipps machen den Anfang:

Der Kindergarten als rechtsfreier Raum
Stefan Niggemeier über die böse Gema und das Kopieren von Notenblättern.

Frau Piel, wir müssen reden
Noch mal Stefan Niggemeier, diesmal über die Idee der WDR-Intendantin und ARD-Vorsitzende Piel, öffentlich-rechtliche Apps kostenpflichtig zu machen.

Wer hat Angst vor Wikileaks?
Mario Sixtus über den politischen Umgang mit der Enthüllungsplattform.