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Gif mit Ton: Vine

Das nächste große Ding? Die Macher von Twitter veröffentlichten heute Vine, ein Programm, um sechs Sekunden lange Videosequenzen aufzunehmen. Ganz ähnlich einem gif, also einem Bewegtbild, was aus mehreren Bildern zusammengeschustert ist – Vine ist sozusagen ein gif mit Ton. Es basiert auf Flash und kann in alle Netzwerke integriert werden.

Vine ist keine reine Film-App, vine erlaubt die Moment-Aufnahme. Wer den Finger auf den Bildschirm hält, nimmt auf. Wer den Finger wieder löst, stoppt die Aufnahme. So entstehen Motive und Schnitte, die sehr nah an das Wesen eines Gif heranreichen – allerdings mit Ton.
Quelle: jetzt.sueddeutsche.de

Und was soll ich sagen? Sieht echt schick aus! Ich würd gern damit rumspielen, gucken, was so alles geht. Aber leider gibt es Vine erst mal nur für Apple-Produkte. An Adaptionen für andere Plattformen wird gearbeitet. Mist!

Und das ist jetzt der Zeitpunkt, wo ich tatsächlich einen neuen PC brauchen könnte, wenn selbst sechs Sekunden Flash nicht mehr rund laufen…

So leise durch die Nacht

Am Anfang eines Jahres stehen gewohnt viele neue Alben vor der Tür und mindestens ebenso viele Konzerte. Alle möglichen Bands hauen neue Sachen raus, bringen Singles und neue Alben unters Volk. Für die Freitagnacht hab ich hier 3 ruhige Videos, 2 neue und ein älteres.

 

Moddi – House by the Sea

Pål Moddi Knutsen hat sich ein Jahr Pause gegönnt, sein neues Album kommt im März auf den Markt. Seine Single knüpft leider nicht an der Stärke und Fülle seiner bisherigen Songs an, die gleichzeitig so zerbrechlich waren. Trotzdem freue ich mich auf das Album – und hoffentlich ein Konzert hier in der Nähe.

 

Ólafur Arnalds – This Place Was A Shelter

Bei den ersten Tönen dachte ich, jetzt fängt gleich James Blake an zu singen, aber zum Glück hat Ólafur Arnalds dann doch die Kurve gekriegt und was Schönes aus dem Song gebastelt. Sein neues Album “For now I am winter” erscheint am 25.02. Ich würde ihn sehr gerne auf dem Haldern 2013 sehen!

 

Sigur Rós – Við spilum endalaust

Zum Schluss, nicht neu, sogar schon 5 Jahre alt ist Við spilum endalaust. Hier vorgetragen unplugged an einem Vormittag in einem Pariser Café vor 3 Jahren. Sehr schön.

2012 – Ein musikalischer Rückblick

Was fehlt? Klar, Musik. Nichts begleitet mich so intensiv und verändert sich doch so beständig von Jahr zu Jahr wie die Musik. Daher gibt es mal wieder wie die letzten Jahre auch schon den Rückblick auf meine Charts 2012. Weiterlesen

…des Jahres

Eine Liste des Jahres. Kurz, willkürlich, objektiv, ohne Ordnung, ohne Gewähr.

Die Party des Jahres: Die hier. Dicht gefolgt von der hier

Das Konzert des Jahres: Radiohead

Das Cover des Jahres: Walk off the Earth

Mehr zur Musik des Jahres: hier

Das Rudelgucken des Jahres: im Franzplace

Das Tor des Jahres: Zlatan Ibrahimovic

Die zweiten Plätze des Jahres: FC Bayern München

Das Buch des Jahres: Der Hundertjährige…

Das Blog des Jahres: Wolfgang Herrndorf

Der Tweet des Jahres: DrWaumiau

Der Verlust des Jahres: Opa

Radiohead live in Köln

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Wenn man schon mal die Gelegenheit hat, Radiohead live zu sehen und dann auch noch in der eigenen Stadt und nicht so wie 2008 in Berlin, dann sollte man das auch ausnutzen! Gesagt, getan. Knapp 2 Wochen ist es das Konzert in der Lanxess-Arena jetzt her. Aber den Abend werde ich noch lange in Erinnerung behalten.

Nachdem Caribou als Vorband exakt um 20 Uhr auf die Bühne kamen und nach handgestoppten 30 Minuten und 1 Sekunde wieder gingen, hatte ich schon die größten Befürchtungen, dass das hier nur eine wohl choreographierte Rein-Rauf-Runter-Raus-Nummer (“wir spielen einmal das letzte Album quer”) werden würde. Aber was dann kam, war einfach bombastisch.

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Mit einem verhaltenen “Bloom” – tatsächlich vom letzten Album – ging es los. Dann ein Sprung zurück nach 1997 und “Lucky” und weiter zu “15 Steps” vom 2008er Album “In Rainbows”. Spätestens hier war jeder gefangen. Die Band spielte sich munter weiter durch das gesamte Repertoire, von allem etwas. Die bunte Mischung klang aber zu keinem Zeitpunkt langweilig, und selbst Songs, die mir nicht so gut gefielen, erzeugten live einen ungeheuren Sog. Mit “Identikit” stellten sie sogar einen neuen Song vor. Nach “Bodysnatchers” gingen sie zum ersten Mal von der Bühne und ließen ein sehr aufgepeitschtes Publikum zurück. Als Zugabe gabs zuerst “Weird Fishes/Arpeggi“, dann den nächsten neuen Song “Ful Stop“. Sogar “Daily Mail” haben sie gespielt. Nach “Myxamatosis” und “Paranoid Android” gingen sie erneut von der Bühne. Da standen sie schon zwei Stunden da oben, kamen aber noch mal raus, spielten “How to disappear completely” und den allseits bekannten Rausschmeißer “Everything in its right place”. Und wie auch bei allen anderen Konzerten, die ich bisher live oder im Netz gesehen habe, so kündigte sich auch dieses Mal das ultimative Ende an: Die Musiker verließen nach und nach ihre Instrumente, bis am Ende nur noch Jonny Greenwood da stand und alles loopte, verzerrte und ausklingen ließ. Dann verschwand auch er und ich hatte mich damit abgefunden, dass jetzt das Licht angehen würde, als es auf einmal knallte, die Band wieder rauskam und mit Idioteque noch einen zum Besten gab. Ein fulminanteres Ende hätte ich mir nicht vorstellen können.

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Besonders beeindruckt war ich auch von der Licht/Videoinstallation, deren Hauptmerkmal aus 12 quadratischen Videoscreens bestand, die von der Decke herunterschwebten. Jeder Screen an 4 Seilen konnte beliebig im Raum platziert werden. Die Screens zeigten “Videokunst” bunt gemischt mit Livebildern der Band, die von kleinen Kameras am Bühnenrand aufgenommen wurden. Bei den Konzerten in Berlin und Paris gab es wohl auch die Möglichkeit, sich per App und Radioheadnetzwerk einzelne Kameras auf sein iPhone zu streamen.
Zwischen den Songs wurden immer wieder QR-Codes gezeigt. Live scannen konnte man die nicht, das funktionierte irgendwie nicht. Ich habe ihn fotografiert, ein Freund dann später invertiert und optimiert und dann gings: “FOREVER AND EVER RADIOHEAD COLOGNE MONDAY 15 OCTOBER 2012 YOU REEL ME OUT AND THEN YOU CUT THE STRING”.

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Es war definitiv das Konzertereignis des Jahres, auch wenn noch ein paar weitere Konzerte ausstehen. Aber daran wird so schnell niemand mehr anknüpfen. Ich würde mir sehr wünschen, dass die Jungs noch das ein oder andere Album machen – und vor allem dann noch mal auf Tour gehen!

Die restlichen Bilder vom Konzert hab ich in der Galerie aufgehangen.

Haldern Pop Festival 2013

Es wird groß. Großartig. Das Haldern Pop Festival wird 30!

Gerade mal 7 Wochen ist das Haldern 2012 her. Die Nachwehen ziehen sich immer noch durch die Gedanken, Erinnerungen und Playlisten. Und doch läuft seit gut 11 Stunden schon der Vorverkauf für 2013.
Nachdem es letztes Jahr mit dem rechtzeitigen Ticket-Versand als Weihnachtsgeschenk knapp geworden war, hat man sich beim Haldern Pop Label dazu entschlossen, den Vorverkauf dieses Jahr noch einen Monat früher zu starten. Und wie immer gibt es Frühbucher-Rabatt: 1000 Tickets für 80 Euro, 1000 Tickets für 85 Euro, der Rest dann für 90 Euro. Im letzten Jahr hat dieses Frühbucherkontingent ganze 4 Tage gehalten, dann war es weg.
Zum 30. Geburtstag scheint alles eine Nummer rekordverdächtiger zu sein. Nach nur 4 Minuten waren die ersten 1000 Tickets weg. Nach 17 Minuten noch mal 1000. (Und das alles ohne eine einzige bestätigte Band!) Um 0.30 Uhr habe ich in den Onlineshop geschaut und es nicht glauben wollen, dass da “90 Euro pro Ticket” stand. Mist, zu spät. Und als Wermutstropfen gabs gleich noch die “versteckten” Gebühren on top: 9 Euro VVK-Gebühr und 5 Euro Versand. Nicht, dass ich das nicht auch zahlen würde, aber der Unterschied zwischen 90 und 104 Euro sind immerhin fast 7 Bier! Das hätte man ruhig transparenter gestalten können.
Trotzdem habe ich mir jetzt schon mein Ticket gesichert. Wer weiß, wie lange die restlichen 4000 Karten halten?!
Denjenigen, die sich noch nicht entscheiden möchten, kann ich empfehlen, ein paar Wochen vor dem Festival ins Haldern-Forum zu schauen. Da gibts eine sehr zuverlässige Ticketbörse, wo man eigentlich immer noch Tickets findet. Und die ganz Mutigen fahren ohne Ticket am Donnerstagmorgen hin und kaufen sich vor Ort noch eins. Die letzten 2 Jahre habe ich immer welche gesehen, die Tickets zu viel hatten.

Haldern 2013 kann kommen. Das Ticket ist gekauft, der Urlaub ist eingereicht!

Valtari

Sigur Rós ist wieder da! Wie vor drei Tagen erst bekannt wurde, kommt schon am 28. Mai ihr 6. Studioalbum “Valtari” (Dampfwalze) in die Läden.
Hier schon mal die Single “Ekki múkk”.

Was ich da höre, erinnert mich sehr an eine Mischung aus Takk, ( ) und Ágætis byrjun. Nichts Neues also. Keine Weiterentwicklung wie noch mit (dem ersten Teil von) Með suð í eyrum við spilum endalaust. Und je länger ich das höre, desto schöner ist es zu wissen, dass Sigur Rós wieder da sind, aber es schwingt auch die leichte Befürchtung mit, von dem Album enttäuscht zu werden. Kaufen werde ich es mir aber wohl so oder so – um es im melancholischen Herbst hören. Und vielleicht wird die Tour 2012 ja auch noch ausgeweitet.

Alcoholic Faith Mission – We Need Fear

Die Exil-Dänen geben dem Wort “Indie” alles Gute zurück, das ihm ursprünglich einmal zustand. Alcoholic Faith Mission, zwei dem Weizenbier verfallene Dänen, die aus jeder Kiste Bier einen Song mischen. Diese Musik der mittlerweile sechsköpfigen Band lässt den Februar-Nebel endlich schön, melancholisch fein und nordisch düster erscheinen. Aller Melancholie zum Trotz schaffen sie es stets an den Punkt zu kommen, an dem sie sich über ihr Elend lustig machen können, was die Euphorie in ihrer Musik mehr als verdeutlicht. Dichte Songkonstrukte zwischen Indie und Electronica für Fans von Arcade Fire, Broken Social Scene und Efterklang! Ihre Musik ist eigen und schier magnetisch — einmal angezogen lässt sie kaum mehr los. So sind Alcoholic Faith Mission auf ihre ganz bescheidene, unaufdringliche Weise auf einem sicheren Weg, ihre Botschaft stetig weiter zu verbreiten bis sie hoffentlich die Aufmerksamkeit kriegen, die sie verdient haben.

Radiohead – Last flowers

Schon 2005 geschrieben und für From The Basement eingespielt, 2007 dann auf der Bonus-CD zu “In Rainbows” und als B-Seite zur Single “Jigsaw Falling Into Place” veröffentlicht.
Großartiges Stück!

Appliances have gone berserk
I cannot keep up
Treading on people’s toes
Snot-nosed little punk

And I can’t face the evening straight
You can’t offer me escape
Houses move and houses speak
If you take me there you’ll get relief
Relief, relief, relief…

And if I’m gonna talk
I just wanna talk
Please don’t interrupt
Just sit back and listen

Cause I can’t face the evening straight
And you can’t offer me escape
Houses move and houses speak
If you take me there you’ll get relief
relief, relief, relief, relief, relief…

It’s too much
Too bright
Too powerful

Too much
Too bright
Too powerful

Too much
Too bright
Too powerful

Too much

Käpt’n Peng – Werbistich

So, sind wir alle da? Schön, dann stehen wir jetzt mal auf und fassen uns alle gegenseitig an unsere eigenen Nasen. Auf drei geht’s los. Drei.

Guten Morgen Menschheit, er nennt sich der Käpt’n.
Er ist gekommen, um euch Rätsel zu rappen.
Rätsel eins: Wer bist du? Hast du uns schon erkannt?
Wer die Lösung kennt, hebt jetzt seine Hand.

Hier, hier, ich, ich! Falsch, mein Freund.
Oohhhh! Scheinbar hast du das beste Fach versäumt.
Nämlich: Selbstkunde oder Ichologie. Fach deiner eigenen Privatakademie,

Also nachholen, ausziehen, Rücken gerade, Kopf auf.
Hol deinen Block raus, ich diktier dir jetzt den Brockhaus.
Bist du bereit, dann geht es los, zieh deinen Rock aus,
denn wenn du dir den Arsch aufreißt, zieh ich dir da den Stock raus.

Denn es ist 1, 2, ding-dong, superduper Fragenfred.
Er fragt dich Laserfragen, hat n Anzug wo n F draufsteht,
und einen kleinen Rucksack voll mit Fragen Fragen Fragen
Fragen Fragen Fragen Fragen Fragen Fragen Fragen Fragen.
Und die fragt er dich, solange bis dir die Blase platzt.
Sein Name lautet Existenz, wahrscheinlich hat er Spaß.
Denn ohne Spaß macht ja selbst das Fragen keinen Spaß.
Quasi Spaß muss es ihm machen, denn sonst macht es ja keinen Spaß!

Also dieses Lied macht doch überhaupt gar keinen Sinn!
Ohne Spaß keinen Spaß, wo ist denn da die Logik drin?
Also wenn du schon mit Fragen kommst und eine Antwort magst,
dann bleibe doch bitte gefälligst seriös, während du fragst.

Also weg vom Spaß und zurück auf n Punkt.
Wer bin ich? Was bist du? Gibt es Herr? Gibt es Hund?
Ist die Suche für den Grund, für das Hirn ungesund?
Oder warum tun so viele hier so selbstverständlich kund:

Es gibt keine Rätsel. Geh zurück zu deinen Job.
Man ist das, was man tut, also tu nicht so als ob
es da noch was über uns rauszufinden gäbe.
Wie vermessen und wie kindisch, geh raus, Mann, und lebe.
Die einzige Verwirklichung des Menschen heißt Karriere.

Und so ziehen wir uns aus des Rätsels Aff�äe,
lassen uns nicht darauf ein, unser eigener Chef zu sein.
Wir lassen uns dominieren von fremdbestimmten Spielereien
wie Studium, Job, Kinder, Haus, Kinofilm und Fernsehquiz.

Was muss, das muss, denn es ist, wie es ist!

Na, dann lauft rum, kauft ein, guckt fern, trinkt Wein,
zieht die Decke über n Kopf und fangt leise an zu schreien.
Der Käpt’n wünscht einen angenehmen Trip.
Bei seinem nächsten Picknick nimmt er euch als Geisel mit.
Und dann mach ich euch fit und entleer euch das Glas,
und dann pump ich das voll mit Quellwasserspaß,
so rein und so klar und so fresh und so fein,
die Créme de la Créme von Spaß schenk ich ein.

Was? Oh, wie krass! Oh mein Gott, was ist das?
Ein komischer Freak erzählt mir was von Spaß.
Also gründlich untersucht: Hat sein Ärmel ein As?
Oder ist etwa das metaphorische Fass
welches du hier aufmachst, wie ne Feier ohne Gast,
so sinnlos und flach wie n Haus ohne Dach?
Erzähl mir nix von Existenz, erzähl mir nix von Spaß.
Und nicht, dass du damit mein Glas wieder voll machst.
Verleih dir hier nicht eigenmächtig einfach so die Vollmacht,
so ungeniert und unverblümt den Leuten zu erzählen…

Ball flach, Herz auf, ich will euch mit Liebe quälen.
Huuuhh! Er bringt uns Liebe! Schnell, erschießt ihn!

Jetzt tanzen wir uns gemeinsam ma die Sorgen aus m Kragen.
Und dann rennen wir auf die Straße und wir schreien unsere Fragen
volle Pulle in den Garten und ertragen,
dass die Nachbarn kein Humor für Fragen haben.
Und verzagen nie und nimmer, auch wenn ich Narben davontrage.
Werde ich mich nie beklagen, steht mir der Scheiß auch bis zum Kragen,
würd ich immer noch ein jeden von euch Freaks auf meinen beiden unbekleideten, bescheidenen und viel zu kleinen, kunterbunten Kinderschultern tragen.
Und werd euch, bis ich draufgeh, mit Tausenden und Abertausenden Armeen von ungelösten Existenzfragen plagen.

Ding, ding ding! Runde 2. Möge die bessere Frage gewinnen.

Zum Beispiel:
Wieso überhaupt? Und warum? Und weshalb?
Weswegen denn all das? Bin ich warm? Bist du kalt?
Bin ich doof? Seid ihr klug? Is mir schlecht? Geht’s mir gut?
Wissen wir viel zu viel oder wissen wir nicht genug?

Ich weiß nur eins, und ich weiß, dass du das auch weißt:
Bildung ist Erinnerung, die meistens um sich selbst kreist.
Intelligenz hat nichts mit Gedächtnis zu tun.
Hieß das 1930 nun Henne oder Huhn?
Oder Kaiser oder König oder Bauer oder Magd
oder Land, Republik, Monarchie oder Staat?
Ich will wirklich nichts gegen Faktenwissen sagen,
doch wir müssen uns erweitern und in andere Bereiche wagen.

Denn 90 Prozent der schulischen Beschäftigung
ist Auswendig lernen ohne innere Bekräftigung
der Dinge, die wir brauchen, wie Mut, Intuition,
Angstbewältigung und Kommunikation,
Atemtechniken und Muskelrelaxion.
Warum gibt’s das nicht als Fach? Diese Dinge würden sich lohnen.

Achtung, Achtung, Klasse. Nachdem wir uns jetzt alle gegenseitig an unsere eigenen Nasen gefasst haben, atmen wir tief durch die selbige ein und schreien 3-mal laut: “Hurra, ich bin ein fröhlicher Homo Sapiens”

Und wenn du jetzt anfängst, mir zu erzählen,
bei diesem Kram würde dir der Realismus fehlen,
dann kann ich leider nicht anders reagieren als mit lachen.
Denn Realität ist nicht statisch, Realität wird erschaffen.

Von dir und von mir und von uns und von allen.
Werfen wir den Besserwisser weg und tun uns den Gefallen,
einmal in diesem unserem Leben auszuprobieren,
loszulassen und die Scheiße positiv zu affirmieren.

Und geben wir nicht immer nur den anderen die Schuld.
Hören auf, uns selbst zu verfluchen und üben uns in Geduld.
überkommen wir all die Scheiße mit Versagen und mit Schuld.
Fühl doch mal: wir sind mit Werten überfüllt.

Entleeren wir unseren Kopf und fangen noch mal bei Null an.
Werfen unser altes Leben von unseren Schultern.
Nehmen wir an, was wir sind, und erfinden wir uns neu.
Vereinen wir uns mit allem, trennen den Weizen von der Spreu.
Werden jedermanns Schüler, unser eigener Meister,
entspannen uns einmal völlig und erwecken unsere Geister.

Und wenn die einmal wach sind, willkommen im Klub.
Haben wir die mal erweckt, kriegen wir nie mehr genug.
Ja, dann machen wir uns locker, denn wir wissen, wir ham Zeit.
Denn zusammen mit den Dudes ist der Weg nicht mehr weit.

Und dann fragen wir uns Fragen gegenseitig, bis wir kotzen,
und neugeboren aus Babyaugen glotzen.
Wir machen das, bis es eine Wirkung zeigt,
bis unsere Krampf sich löst und unser kranker Körper heilt,
und unser Geist vom Leid befreit sich ungeniert im Raum verteilt
und frisch gebrühten Kaffee und n kostenlosen Keks verteilt.

Oh, danke. Zucker, Milch? Äh, beides? Kein Problem.

Und dann streicheln wir uns gegenseitig zärtlich das Hirn und
bieten unseren Teufeln freundlich die Stirn und
wir lassen sie sich lösen in nem Ball aus Licht,
wir erschaffen das zusammen, also fürchte dich nicht.

Und Finger in die Wunde. Schwanz auf n Tisch.
Herz auf die Zunge, die Karten sind gemischt.
Wir können noch Hundert Jahre ein auf Stolz und Ehre machen:
Du hast angefangen, nein du, lass uns n Krieg entfachen.

So komm wir doch nicht weiter, das weiß doch jedes Kind.
Es wird Zeit für Harmonie, mein Freund, sonst sterben wir noch blind.
Also feier den Scheiß, so komisch es klingt,
und tanz einfach ab zu jedem Song, der swingt,
und gib Applaus für jedes Ding, das lebt,
das augenscheinlich unbelebt und unbewegt in Ecken steht.
Denn alles, was man sieht, ist durchdrungen von Leben.
Es ist dasselbe Leben, durch das Planeten schweben.
Es ist dasselbe Leben in den Onkels wie den Tanten.
Es ist dasselbe Leben in nem Straßenhydranten.
Es schwingt dasselbe Leben im Wasser wie im Brot.
Und es lebt dasselbe Leben in der Freude wie der Not.
Dasselbe Leben tobt in Weiß und in Rot
und in Eis und in Kot und in Pflicht und Verbot.
Und es ist dasselbe Leben im Leben wie im Tod.

In der Null wie der Eins, wie im Schatten und im Licht.
Im übrigen die Lösung des Rätsels lautet…