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Kurzer Monat, lange Liste. Mehr davon beim Blogoli und wie immer (ab morgen) bei Anne Schüssler.

 

The Notwist – Close To The Glass

The-Notwist-Close-To-The-Glass-608x608Endlich. Aber auch ein bisschen unerwartet. Aber auf einmal war sie da, die Ankündigung. Irgendwann im November 2013. Und die Singleauskopplung “Close To The Glass”. Sperrig. So richtig wusste ich nicht was damit anzufangen. Aber trotzdem freute ich mich wie Bolle – begleiten mich The Notwist doch schon seit 12 Jahren, seit dem legendären “Neon Golden”, und ähnlich wie Radiohead sind sie nie in meiner Versenkung verschwunden wie so viele andere Bands, sondern ich höre sie regelmäßig.
Ende Januar kam als weitere Single “Kong” dazu und zeigte, dass das neue Album eine sehr große Bandbreite haben würde. Und so kam es dann auch.
Seit letzten Freitag ist es zu haben. Und seitdem höre ich es. Rauf und runter. Und was soll ich sagen? Ein bisschen bin ich enttäuscht, weil das Album exakt meine Erwartungen trifft. Es sind großartige Songs, jeder für sich genommen, die insgesamt ein “Mixtape” (ZEIT online) aus den verschiedenen Epochen der Band ergeben. Genau das finde ich schade, weil ich keinen wirklichen Zugang zum Gesamtkonzept finde. Und zugleich ist es großartig, denn jeder Song ist ein Juwel, den man sehr genau in seine Zeit einordnen kann. Es erscheint wie eine Review durch 25 Jahren Bandgeschichte.
Was mich ein bisschen frustriert an der Sterilität der Platte, ist der Vergleich mit den Live-Versionen. The Notwist haben im Januar ein Konzert in Paris gegeben, welches auf ARTE übertragen wurde und nach wie vor online abrufbar ist. An dem Abend haben sie schon sehr viele Stücke von “Close To The Glass” gespielt, die ich mir immer und immer wieder angehört habe. Und was soll ich sagen? Live sind The Notwist halt noch eine Spur besser. Na klar, live hat man ganz andere Möglichkeiten, die Stücke zu arrangieren, ineinander zu verweben. Aber es fehlt auch diese Klarheit des Studios, alles ist ein bisschen verwaschener. Eben das macht die Songs noch lebendiger. Was ich mir also wünsche als Nächstes: ein Live-Album! Aber am 20.03. spielen sie ja in Köln!
“Close To The Glass” aber ist trotz alles aufgeführten Kritik ein Meilenstein, “ein Ereignis” (Musikexpress). Es wird schwierig werden für andere Platten, dieses Jahr noch was Besseres für meine Ohren abzuliefern.

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Noch viel mehr wie immer auch bei Anne.

Keston Cobblers Club – One, For Words

Die Geigen legen ein bisschen gelangweilt und langsam los. Als die Trompeten einsetzten, bei den ersten Takten, dachte ich zunächst an Heidi. Aber sofort war da diese schöne Melodie, das Abgleiten in Moll. Alles greift ineinander und nach nur einer Minute übernimmt die Gitarre. Ich wünsche mir die Trompeten und die Tuba zurück, stattdessen kommt ein zweistimmiger Gesang, die Geschwister Matthew und Julia Lowe, ein bisschen dissonant. Die Gitarre wird schneller, die 2. Strophe, ebenso kurz, das Banjo setzt leise ein, alles steigert sich und nach nur 3 Minuten ist “Maybe We’ll Heard” auch schon zu Ende. Selten habe ich so einen schönen Einstieg in ein Album erlebt.

Die Platte “One, For Words” vom Keston Cobblers Club ist voll davon, von Sahnestückchen, die leider alle viel zu schnell ein Ende finden. Die 5 Musiker bewegen sich mit ihrem Folk irgendwo zwischen Mumford & Sons, Beirut und Yann Tiersen. Das merkt man besonders bei meinem Lieblingssong “The Handless Man”:

Auch toll: “The Curve”.

Großartig! Nur leider immer zu schnell vorbei. Das ganze Album kann man hier kostenlos anhören.

2013 – Mein muskalischer Rückblick

Wie die letzten Jahre auch schon hier der Rückblick auf meine Charts des Jahres 2013. In diesem Jahr hat sich mein Hörverhalten grundlegend geändert. Ich nutze seit März den Streaming-Dienstleister spotify, um Musik zu hören.  Das heißt, sie steht mir unbegrenzt zur Verfügung. Fast alles, was ich an Empfehlungen von anderen bekomme, gibt es dort zu hören. Kein Albumkauf mehr, keine Netzsuche, einfach anklicken und zurücklehnen. Ich weiß, dass das Modell nur für den Nutzer gut ist, für die Bands aber eher scheiße ist. Dazu aber ein andermal mehr.
Auf jeden Fall hat spotify meine Musiklandschaft ordentlich durcheinander gewirbelt. Hatte ich noch Anfang des Jahres 800 je gehörte Künstler seit bestehen meines last.fm-Accounts, ist diese Zahl auf über 1.200 hochgeschnellt. Das bedeutet, ich habe in den letzten 8 Monaten einfach mal 400 neue Künstler gehört. Unglaublich. Natürlich ist da unheimlich viel Fluktuation dabei. Vieles habe ich nur einmal gehört oder gleich wieder wegeklickt. Aber wenn alles verfügbar ist, dann kann man auch mal in Sachen reinhören, die man sonst hätte liegenlassen.

Ich war 2013 natürlich auch wieder auf verdammt vielen Konzerten. Ich habe u.a. Sophie Hunger, Moddi, Ólafur Arnalds, Daughter, Ben Howard, Torres, Atoms For Peace, James Blake, Half Moon Run, Bear’s Den, Rakede, Villagers und Parov Stelar gesehen und war auf dem Haldern Pop Festival.

 

Wie jedes Jahr gibt es natürlich auch meine Favoriten anhand meines last.fm-Accounts:

Die Top 10 Alben des Jahres 2013:

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Die Girls in Hawaii sind eine echte Überraschung, denn ich kenne sie erst seit knapp zwei Monaten. Und dann gleich mit 2 Alben und den Top 5. Das wirkt sich auch auf die Top 10 der Künstler aus.

Die Top 10 Künstler 2013:

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Was hat Ben Howard da oben zu suchen? Hab ich ihn bis Jahresmitte doch so viel gespielt? Interessant. Radiohead war bisher noch in jedem Jahr in meiner Top 10, das wird sich wohl auch nie ändern.Aber interessant auch zu meinem schon oben genannten neuen Hörverhalten: Die Top 10 ist viel weniger geworden. Hatte ich noch 2012 ganze 5580 Songs in den Top 10, sind es 2013 nur noch 3392 Songs. Es fächert sich halt mehr in die Breite.

Zu meinen Lieblingsliedern 2013 schreibe ich an dieser Stelle nichts mehr – ich hab schließlich 15 von ihnen im Dezember geblogt.

Das Konzert des Jahres war definitiv “Atoms For Peace” in New York.

Was fehlt? Richtig, die grafische Aufarbeitung:

last.fm-stats 2013

 

 

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Das war 2013

Mein Jahresrückblick in Form von Fotos (und Videos), die ich dieses Jahr geschossen habe.

(Musik: joasihno)

Erste Bestätigungen

Eines der schönsten Weihnachtsgeschenke für mich hat sich mittlerweile schon zu einer Tradition entwickelt. Dann sitze ich am ersten oder zweiten Weihnachtstag da mit meinem Smartphone und schaue mir ein Video an, bei dem ich jedes Mal eine Gänsehaut bekomme. Und sofort ist alles wieder da, die Musik, der Sommer, die Leute, das Spiegelzelt, die Mainstage, das Gefühl des Haldern Pop – kurz: Der Blues erfasst mich, während ich auf dem Display die ersten Bestätigungen für das kommende Festival lese.

Bei jedem bekannten Namen macht das Herz einen kleinen Sprung. Dieses Jahr gab es für mich in der “ersten Welle” zwar nur einen: Fink. Toll! (Und sofort geht wieder die Fragerei los: Die spielen doch hoffentlich im Zelt und nicht auf der großen Bühne?) Aber umso mehr freue ich mich auf die unbekannten Namen, von denen wie jedes Jahr viele Eingang finden werden in meinen täglichen Musikkonsum. Jetzt hör ich erst mal Chet Faker.

Jahreslieblingssongs 2013 – Nr. 15

Der 15. und letzte Jahreslieblingssong kommt aus England und ist – wie könnte es anders sein – wieder mal von einem Singer-Songwriter, der eine 12-Saitige spielt. Roo Panes – Different Child.

Ich habe hier schon mal über ihn gebloggt. Er macht einfach tolle Musik, ich höre jeden seiner Songs gerne. Seine 3. EP hat er vor ein paar Tagen veröffentlicht.

Jahreslieblingssongs 2013 – Nr. 14

Eine sehr spät Entdeckung in diesem Jahr und vielleicht deshalb gerade ein Lieblingssong: Die Höchste Eisenbahn – Aliens.

Sehr schön, was die beiden Singer-Songwriter Francesco Wilking und Moritz Krämer da auf die Beine gestellt haben. Nach ein paar gemeinsamen Auftritten und Zusammenspielen u.a. mit Gisbert zu Knyphausen und Judith Holofernes war Die Höchste Eisenbahn geboren. Die Debüt-Platte erschien Anfang November. Tolle Texte und wunderbare Musik. Für mich das schönste deutschsprachige Singer-Songwriter-Album seit Gisberts “Hurra Hurra so nicht” von 2010. Sie spielen am 10.01. im Studio 672.